Dokumentation: Rechte Aktivitäten am bayerischen Untermain

Diese ehe­ma­li­ge Ru­brik von kom­mu­nal.tk wurde mit dem 21.​04.​12 dort ein­ge­stellt. Neo­na­zi-​Ak­ti­vi­tä­ten sowie art­ver­wand­te Schwei­ne­rei­en kön­nen nun bei antifa.aburg.​org ge­mel­det wer­den. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und freuen uns über jeden Hinweis von euch.

letzte Aktualisierung: 05.06.2013
2013 | 2012 | 2011 | 2010

2013

21.05.: Die NPD Aschaffenburg/Miltenberg veröffentlicht ein Foto eines vermeintlichen “Antifa-Schlägers” und setzt ein Kopfgeld aus.

11.05.: Der Ring Nationaler Frauen (RNF) hält in Geiselwind eine Migliederversammlung ab. Dort sprechen unter anderem Sigrid Schüßler und Karl Richter, zudem wird der bayerische Landesverband der RNF gegründet, als Vorsitzende werden Julia Lederer und Renate Werlberger (Stellvertretung) gewählt.

05.05.: Stolpersteine in Aschaffenburg werden mit antisemitischen Aufklebern beschmutzt.

04./05.05.: Falko Schüßler nimmt an einem Seminar des NPD-KV Trier zum Thema “Krisen-Kapitalismus abwickeln. Kritik der globalen Ökonomie – zwischen nationaler Realität und kosmopolitischer Realität” im Karl-Marx-Haus in Trier teil. Maßgeblich organisiert vom Referenten und Kreisvorsitzenden der NPD Trier, Safet Babic. Am folgenden Tag treten Babic und Schüßler gemeinsam bei einer "spontanen Aktion mit Transparent" gegen eine Rede von Gregor Gysi auf.

01.05.: Da durch entschlossenen Protest tausender Antifaschisten die 1. Mai Demo der NPD in Frankfurt verhindert wurde, zogen diese durch Hanau. Neben mehreren TeilnehmerInnen aus dem KV Aschaffenburg/Miltenberg, werden auch Sigrid (als Rednerin) und Falko (in ordnerähnlicher Funktion) Schüßler gesichtet. Ausführlicher Artikel vom Infobüro Rhein-Main

Mai: Die NPD versucht mehrfach Unterstützerunterschriften in Aschaffenburgs Innenstadt zu sammeln, nach Berichten von AugenzeugInnen jedoch mit wenig Erfolg.

06./07.04.: Aus Frust über den geplatzten NPD-Bundesparteitag, beginnt unter dem Motto "Gesicht zeigen" das Sammeln der Unterstützerunterschriften zum Wahlkampf. Dabei werden "aus Aschaffenburg [...] außerordentlich achtbare Ergebnisse" herbei halluziniert. [NPD-PM vom 08.04.]

April: Im Hefner-Alten-Eck werden vermehrt Hakenkreuz-Schmierereien und "Arier"-Tags gesichtet.

18.03.: Der NPD-Kreisverband Aschaffenburg/Miltenberg verkündet auf seiner Webseite, dass Sigrid Schüßler zur neuen Kreisvorsitzenden gewählt wurde und inszeniert sich damit als Trendsetter in Geschlechterfragen. Für die Multi-Funktionärin Schüßler ein weiteres Amt.

02.03.: Sigrid Schüßler wird in ihrer Funktion als Mitglied des bayerischen Landesvorstandes der NPD vom ZDF-Magazin Mona Lisa interviewt. Der Beitrag wollte eigentlich die vermeintliche Opferhilfe von Rechts und Kampagnen wie "Todesstrafe für Kinderschänder" untersuchen. Die hetzerischen Aussagen Sigrid Schüßlers bleiben jedoch nahezu unkommentiert.

23./24.02.: Sigrid Schüßler spricht auf dem Landesparteitag der NPD Brandenburg.

20.02.: Neonazis versuchen in Hösbach Schulhof CDs zu verteilen. Im Vorfeld einer Filmvorführung durch den KJR kommt es du Drohungen durch die
Naziszene. Ausführlicher Artikel

KW 07: Im Brentanoviertel Aschaffenburg und auf der Willigisbrücke werden vermehrt Aufkleber der "Identitären Bewegung" verklebt (siehe Hier). In Damm und am Dämmer Steg werden Propaganda-Aufkleber der neuen Partei "Die Rechte" verklebt.

13.02.: Sigrid Schüßler tritt mit ihrem Kabarett auf dem politischen Aschermittwoch im bayrischen Deggendorf auf. Neben ihr haben auch weitere Partei-Prominente wie Sascha Roßmüller Auftritte.

Anfang Februar: Bayern NPD am Boden - Sigrid Schüßler (Vorsitzende des RNF) auf dem unterfränkischen Bezirksparteitag als Spitzenkandidatin der NPD-Unterfranken für die kommenden Landtagswahlen 2013 gewählt.

04/05.01.: Es werden mehrfach und zahlreich Sticker der NPD & deren Jugendorganisation (JN) am evangelischen Jugendzentrum, Jukuz-Jugendhaus sowie im Brentanoviertel verklebt.

2012

15.12: Rassistischer Übergriff auf Jugendliche in der Herstallstr.
In der Nacht vom 15.12 auf den 16.12 wurden 7 Jugendliche in der Herstallstraße von einem Erwachsenem mit Schlagring bedroht. Der Typ hatte es auf einen Jugendlichen mit Migrationshintergrund abgesehen, offensichtlich aus rassistischen Gründen: Es vielen Aussagen wie "Du bist kein richtiger Deutscher" oder "Du hast kein deutsches Blut".
Während des entstandenen Streitgesprächs zog der Unbekannte einen Schlagring und versuchte die Jugendlichen anzugreifen. Nur durch das "handfeste" Eingreifen von Passanten konnte Schaden von den Jugendlichen abgewendet und der Täter in die Flucht geschlagen werden. Weil die Jugendlichen keinen Bock auf weiteren Stress hatten, haben sie nicht die Polizei verständigt. Betroffene haben uns informiert, weil der Vorfall nicht undokumentiert bleiben soll.

Anfang Dezember wurde Gailbach mit Nazipropaganda verunstaltet.

24.11.: Lokale Medien berichten von erneuten Sprühereien in einem Ortsteil Hösbachs, Feldkahl. Ein Video mit Bildern davon findet sich hier.

18.11.: Der Bericht zu einem angeblichen "Heldengedenken" der NPD Aschaffenburg am Volkstrauertag in Mömlingen klingt eher nach einem privaten Familienausflug der Schüßlers. Kein Gedenkkranz, keine Fackelinszenierungen, keine Gruppenfotos - nur mickrige Grablichter, irgendwo im Wald. Da scheint es ganz schön zu Kriseln beim NPD KV. Bei Sigrid Schüßlers Bericht obligatorisch, die Verharmlosung der Massenmörder und Vergewaltiger der Wehrmacht und deren Verklärung zu Helden. Die Schüßlers geben mal wieder ein anschauliches Beispiel dafür, wie die NPD als Sammelbecken fanatischer Nationalsozialisten fungiert.

11.11.: Auf linksunten.indymedia.org wurde ein Artikel veröffentlicht in dem Nachwuchsnazis der NPD Aschaffenburg als mögliche Verursacher der Sprühereien in Goldbach und Hösbach benannt werden. Dem Artikel ist auch der Screenshot einer internen NPD-email angehängt, darin lässt sich ein langjähriges NPD-Mitglied des KV Aschaffenburg über "erblich dumme" Kameraden und den "Abschaum" der Skinheadszene aus - sehr lesenswert!

10.11.: Uns erreichte eine Mail mit dem Hinweis, dass ein Transparent mit einer "Anti-Antifa"-Aufschrift am frühen Samstagmorgen von einer Brücke in Damm entfernt und entsorgt wurde.

09.11.: Sigrid Schüßler tauchte mittags bei einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am Wolfsthalplatz auf. Sie verhöhnte durch ihre Anwesenheit die Opfer des antisemitischen Wahns und bedrängte deren Angehörige und Nachkommen. Auf die Frage, ob sie denn "die Ehefrau dieses Naziführers" wäre, anwortete sie mit Ja. Spricht ja für sich. Als niemand mit ihr reden wollte, zog sie beleidigt davon. Anwesende beschreiben ihr Verhalten und Auftreten als "psychopathisch", was auch durch den völlig realitätsfernen und zusammengelogenem Bericht, den sie über sich selbst verfasst und auf der NPD Aschaffenburg-Homepage veröffentlicht hat, ziemlich deutlich hervorgeht.
Am Nachmittag zeigten dann über 200 Menschen Solidarität mit dem Bündnis gegen Rechts Aschaffenburg bei einer Kundgebung vor der Sandkirche.

02.11.: Nach eigenen Angaben veranstaltete der NPD Kreisverband Aschaffenburg eine "Herbstfeier". Als Redner werden aufgeführt: Arne Schimmer (MdL in Sachsen und wirtschafts­politischer Sprecher), Sigrid Schüßler (Bundes­vorsitzende des RNF und familien­politische Sprecherin der NPD Bayern), Daniel Knebel (Landes­vorsitzender der NPD Hessen) und Sven Diem (JN-Beauf­tragter Bayern). Sigrid Schüßler bedankt sich außerdem bei den NPD Kreisverbänden Mainfranken und Wetterau. Offenbar der Unterstützung von außerhalb geschuldet, schreibt die NPD Aschaffenburg von angeblich 40 Besuchern.

02.11.: Die bayerischen Republikaner üben den Schulterschluss mit der NPD, verharmlosen die Naziaktivitäten am bayerischen Untermain und verbreiten alte Nazilügen über den Hintergrund der Münstermann-Aufmärsche. Rassisten und Nationalisten halten eben zusammen, auch wenn die REP in den letzten Jahren immer wieder versucht hat, sich von der NPD abzugrenzen. Besonders der Laufacher Republikaner Franz Eckel tut sich bei der Sache hervor, ein Leserbrief von ihm wurde auf der NPD Aschaffenburg-Homepage veröffentlicht. Die, im wahrsten Sinne des Wortes, aussterbende Partei REP hascht (so kurz vor der Landtagswahl) verzweifelt nach Aufmerksamkeit.

02.11.: Fernsehbeitrag in der Frankenschau zu Nazi-Sprühereien in Goldbach, NSU in Aschaffenburg und Bedrohung eines BgR-Vertreters durch Sigrid und Falko Schüßler vom NPD Kreisverband Aschaffenburg/Miltenberg

31.10.: In Haibach wird die NPD-Zeitung "Bayern Stimme" verteilt, Augenzeugen erkennen dabei Falko Schüßler (NPD Aschaffenburg-Miltenberg).

31.10.: Auf einem Supermarktparkplatz in Wörth werden 2*2m große Hakenkreuze aus Mehl gestreut. Diese wurden am Donnerstag entdeckt und entfernt. Quelle

24.10.: Die Gemeinde Hausen schaltet das Gästebuch auf ihrer Website ab, weil dort vermehrt rassistische Einträge eingestellt wurden. Main Echo vom 24.10.2012

20./21.10.: Erneute Neonazi-Sprühereien, diesmal in Goldbach, Raiffeisenstraße/Hösbacher Weg/Weidenbörnerstraße u.a..
goldbach

17.10.: Mönchberg: Zwei Luftgewehre, Munition, Butterfly- und Wurfmesser hat die Aschaffenburger Kriminalpolizei am Dienstagvormittag bei einer Durchsuchungsaktion in Mönchberg sichergestellt. Der 31-jährige Besitzer der Gegenstände muss sich nun nicht nur wegen der Verstöße gegen das Waffengesetz verantworten, sondern auch, weil die Einsatzkräfte in der seiner Wohnung verbotene rechtsextreme Symbole gefunden hatten.
Laut Polizei soll der Mann ein Mitglied der rechtsextremen Szene sein. Bereits seit Anfang August hatten die Beamten gegen den 31-Jährigen ermittelt: Sie verdächtigten ihn, Schusswaffen zu besitzen, obwohl das Landratsamt ihm dies verboten hatte. Außerdem soll von seinem Anwesen aus auf eine Straßenlaterne geschossen worden sein. Quelle: Polizeibericht vom 17.10.2012

16.10.: Die NPD Aschaffenburg fordert in einem Artikel auf ihrer Website die Einführung der Apartheid in Schulen und beklagt gleichzeitig (!) die angebliche Herausbildung von migrantischen "Parallelgesellschaften". Amüsant ist einmal mehr die völlig verzerrte Wahrnehmung und absurde Logik der NPDler. So verquer denkt man wohl, wenn man Jahre seines Lebens in einer herbeihalluzinierten Parallelgesellschaft namens "Volksgemeinschaft" (z.B. Wikingjugend, HDJ, Reichsbürger und andere sektenähnliche Organisationen) verbracht hat.

14./15.10.: Irgendwann von Sonntag 14.10. auf Montag 15.10. wurden in der Kleberstraße, Aschaffenburg,
Aufkleber von der neuen Partei "die Rechte" verklebt. Die Partei ist u.a. ein Sammelbecken für die Neonazis aus verbotenen Kameradschaften in NRW.

06./07.10.: Erneut rechte Sprayereien im Hösbacher Ortsteil Winzenhohl. Siehe hier und hier. Die Polizei sucht leider nur die Täter von Samstag auf Sonntag, ein Teil der Sprühereien wurde allerdings von Freitag auf Samstag angebracht.

05./06.10.: Die Lärmschutzwand der Südspange, zwischen Hösbach und Goldbach, wird mit Graffitis besprüht. Darunter "Nationaler Sozialismus jetzt!". An einer benachbarten Radwegunterführung findet sich u.a. ein "Hitler 4 ever". Bilder

29.09.: Stendal/Laufach. Sigrid Schüßler (Laufach), bayerisches NPD-Landesvorstandsmitglied, "Deutsche Stimme"-Autorin und Bundesvorsitzende des "Ring Nationaler Frauen" (RNF), tritt als Rednerin bei einem Neonaziaufmarsch im sachsen-anhaltinischen Stendal auf. Mit dem Demonstrationsmotto "Härtere Strafen für Sexualstraftäter" setzen die 200 Neonazis aus NPD, Junge Nationaldemokraten (JN) und "Freien Kräften" auf ein in der Region emotional aufgeladenes Thema. Tatsächlich kommt es zu einem gewissen Miteinander mit einer Gruppe Bürgerinnen und Bürger, die schließlich gemeinsam mit den Neonazis durch die Hansestadt marschieren. Die Neonazis rufen "Todesstrafe für Kinderschänder", "linkes Gezeter, neun Millimeter" und "Zecken töten ist kein Mord". Quelle

15./16.09.: Die NPD Mainfranken berichtet von einem Kameradschaftswochenende, an dem angeblich auch Aschaffenburger NPD-Neonazis teilnahmen. Auf der Website des KV Mainfranken ist ein Bild veröffentlicht, auf dem mal wieder ein Kind im Vordergrund (und als einzige Person auf dem Bild klar erkennbar) zu sehen ist. Dieser "Trend" geht offenbar auf Sigrid Schüßler zurück, die ihre Kinder seit Jahren systematisch als Propagandamittel (in Bild und Schrift) oder Schutzschild (gegen Kritik an ihrer Politik) missbraucht.

15.09.: Die NPD behauptet erneut, tausende Flyer in verschiedenen Ortschaften verteilt zu haben. Besonders in Krombach versuchte die NPD wohl Stimmung zu machen, dort soll eine sogenannte "Gemeinschaftsunterkunft" für 60 Flüchtlinge entstehen. Dass die NPD dort mit fremdenfeindlicher und rassistischer Propaganda offene Türen einrennt, sollte zu denken geben.

11.08.: Sigrid Schüßler hält für den RNF eine Rede auf dem Pressefest der NPD-Parteizeitung "Deutsche Stimme" in Pasewalk, Meck-Pomm.

22.07.: NPD verteilt nach eigenen Angaben Werbematerial an "mehrere tausend Haushalte" im "Aschaffenburger Westen".

07./08.07.: Das Schulzentrum und große Teile der Ortschaft Hösbach wurden mit hunderten NPD-Aufklebern verschandelt.

28.04.: Sigrid Schüßler wird auf dem Bundeskongress des "Ring nationaler Frauen" zur Bundesvorsitzenden gewählt. Damit die Frauen der NPD das ganze auch ordentlich machen, war als Aufpasser der Bundesgeschäftsführer der NPD, Jens Pühse, anwesend.

21.​04.: In Obernburg führt die NPD einen Infostand in der Innenstadt durch, weibliche NPD-Mitglieder machen auf nett und freundlich, während im Hintergrund die starken Jungs die Beschützer spielen. Um das Bild zu vervollständigen zerrt Sigrid Schüßler auch noch ihre Kinder an den Stand vor die Kamera - in ihren Augen wohl ein nützliches Propagandamittel.

21.​04.: Die NPD ver­teilt – wohl an­läß­lich des bun­des­wei­ten Ak­ti­ons­ta­ges – zwi­schen 12 und 13 Uhr in der Aschaf­fen­bur­ger In­nen­stadt Flyer. Die Route ist dabei etwa Gold­ba­cher Stra­ße – Roß­markt – Her­stall­stra­ße – Stein­gas­se.

In Damm wer­den etwa zu die­ser Zeit Eu­ro-​feind­li­che Auf­kle­ber ver­klebt. Au­ßer­dem ver­teilt: Flyer vom „Frei­en Netz Süd“ mit der Lo­sung „So­zia­le Aus­beu­tung stop­pen – Zeit­ar­beit ist Skla­ven­ar­beit“, was bei Nazis, die his­to­risch für ihre Skla­ven­ar­beit be­rüch­tigt sind, ex­trem zy­ni­sch ist!
(Quel­le: Info von Mit­glie­dern des Bünd­nis gegen Rechts, AB vom 24.​04.​12)

08.​04.: Ob es sich um das selbe Os­ter­fest wie unten (08.​04.) han­delt, ist un­ge­wiss: Der Kreis­ver­band der NPD fei­ert ein Os­ter­fest mit an­geb­lich 50 Teil­neh­men­den, dar­un­ter auch Par­tei­pro­mi­nenz aus Hes­sen.
(Quel­le: Home­page der NPD AB-​MIL, Sei­ten­auf­ruf vom 24.​04.​12)

08.​04.: „Die Na­tio­na­le Frau­en­or­ga­ni­sa­ti­on (RNF) im NPD-​Kreis­ver­band Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg“ (wir fra­gen: sind das zwei oder sogar drei Frau­en?) trifft sich an­geb­lich zum „Os­ter­fest mit Fa­mi­li­en und Freun­den“. Das muss al­ler­dings nicht un­be­dingt am Un­ter­main ge­we­sen sein, da kei­ner­lei Orts­an­ga­ben ge­macht wer­den; ggf. war es auch ir­gend­wo in Bay­ern. In jedem Fall wurde durch Os­ter­ei­ersu­chen „zum Er­halt un­se­rer Kul­tur“ bei­ge­tra­gen. (Quelle: Home­page der NPD AB-​MIL, Sei­ten­auf­ruf vom 11.​04.​12)

06. auf 07.​04.: Im Orts­kern von Schwein­heim, rund um die Kir­che „Maria Ge­burt“, wer­den Auf­kle­ber der mittlerweile verbotenen Ka­me­rad­schaft Aa­che­ner Land ver­klebt, die meis­ten Auf­kle­ber ans Schau­fens­ter der Spar­kas­sen­fi­lia­le. (Quel­le: Au­gen­zeu­gen­be­richt an kommunal.​tk)

05. auf 06.​04.: Rund um das Dal­berg­gym­na­si­um in Aschaf­fen­burg und das an­gren­zen­de Wohn­ge­biet zwi­schen Würz­bur­ger Stra­ße und Groß­mut­ter­wie­se wird NPD-​Pro­pa­gan­da ver­klebt. (Quel­le: Au­gen­zeu­gen­be­richt an kommunal.​tk)

05.​04.: In der Nähe des Bürg­stadter Rewe-​Mark­tes wer­den ver­mehrt Na­zi-​Auf­kle­ber (Wi­der­stand, JN, frei­es Netz Süd, DV Fran­ken) fest­ge­stellt und ent­fernt. So­weit nicht der Rede wert, nur: In­halt­lich ist das alles breit ge­fä­chert (leich­ter Schwer­punkt auf „To­des­stra­fe für Kin­der­schän­der“) und auch von den Or­ga­ni­sa­tio­nen her bunt ge­mischt. Hier ent­steht schein­bar eine Szene, der wirk­lich ganz egal ist, was sie ver­kle­ben, Haupt­sa­che es ist ir­gend­wie knall­rechts. (Quel­le: Au­gen­schein Red. Kommunal.​tk am 05.​04.​12)

März: Auf Seite 157 wird unter „Neo­na­zis­mus und Ka­me­rad­schaf­ten“ im Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Bay­ern 2011 fest­ge­stellt, in die­sem Spek­trum gäbe es le­dig­lich 70 Per­so­nen in ganz Un­ter­fran­ken, dar­un­ter auch wel­che in Aschaf­fen­burg. Eine kon­kre­te Zahl wird nicht ge­nannt. Hält der VS be­wusst In­for­ma­tio­nen zu­rück oder sind die An­ti­fa­schis­ten am Un­ter­main mal wie­der bes­ser in­for­miert? (Quel­le: Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Bay­ern 2011, Mün­chen 2012)

17.​03.: Im Mu­sik­lo­kal Bea­vers in Mil­ten­berg fin­det ein Event des MC Out­laws („Out­laws Main­front“) statt. Als „Hot Party Night“ wird u.a eine „Ero­tic-​Show“ an­ge­kün­digt. Dazu Musik von Stain­less Steel, „Beste Co­ver­band Böhse On­kelz / Frei.​Wild“. Was von den Lie­der der Bands Frei.​Wild und Böhse On­kelz zu hal­ten ist, dürf­te be­kannt sein oder kann unter den Links nach­ge­se­hen wer­den. (Quel­le: Flyer zur Ver­an­stal­tung)

10. auf 11.​03.: In Bürg­stadt wer­den (wohl im Be­reich Sand­weg) NPD-​Fly­er mit den nai­ven rech­ten An­tig­lo­ba­li­sie­rungs­pa­ro­len in Brief­käs­ten und an Au­to­schei­ben ver­teilt. Teils wer­den diese von Ein­hei­mi­schen noch am 11. März ein­ge­sam­melt und der Alt­pa­pier­ton­ne zu­ge­führt. (Quel­le: Be­richt einer Au­gen­zeu­gin)

02. auf 03.​03.: Im Aschaf­fen­bur­ger Bren­ta­no­vier­tel und Um­ge­bung wer­den mas­sivst NPD/JN-​Auf­kle­ber ver­klebt, schät­zungs­wei­se über 150 Stück. Aber: „Die Stra­ßen sind so­weit wie­der sau­ber“ be­rich­tet ein Au­gen­zeu­ge. (Quel­le: Au­gen­zeu­gen­be­richt vom 03.​03.​12) Nach­trag: Am evan­ge­li­schen Ju­gend­zen­trum in Aschaf­fen­burg hin­gen auch Auf­kle­ber an Türen, Fens­tern und La­ter­nen. Dort ist aber mit­ler­wei­le auch wie­der alles sau­ber! Waren diese häss­li­chen „To­dess­stra­fe für Kin­der­schän­der!“-​Auf­kle­ber. Es wurde alles ent­fernt, bevor der öf­fent­li­che Be­trieb wie­der los­ging! (Quel­le: an kommunal.​tk ge­sand­te Info, 05.​03.​12)

28.​02.-03.​03.: In die­sem Zeit­raum weden die Fas­sa­den meh­re­rer Ver­brau­cher­märk­te in El­sen­feld (Bahn­hof­stra­ße) mit „of­fen­sicht­lich rechts­ra­di­ka­len Pa­ro­len ver­schmiert“ (Main-​Echo). Quel­le: ME Obern­burg, 05.​03.​12)

01.​03.: Der NPD-​Kreis­ver­band Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg er­klärt vol­ler Stolz, dass sein Mit­glied Sig­rid Schüß­ler fa­mi­li­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Bay­ern-​NPD sei und für Titel The­sen Tem­pe­ra­men­te (ARD) in­ter­viewt wurde. Neben Pro­pa­gan­da er­klärt die NPD auf ihrer Home­page auch, dass Sig­rid Schüß­lers Ehe­mann Falko (siehe unten die Mel­dung vom 15.​02.) be­reits mit 17 Jah­ren einen „De­ko-​Ka­ra­bi­ner“ in sei­nem Zim­mer hän­gen hatte. Das ist dann aber auch schon der in­ter­es­san­tes­te Teil der NPD-​Mel­dung. (Quel­le: Home­page der NPD AB-​MIL, Ein­trag vom 01.​03.​12)

15.​02.: „Ste­fan F. aus Fried­berg und Falko S. aus der Nähe von Aschaf­fen­burg haben ei­ni­ges ge­mein­sam. Eine Vor­lie­be für mi­li­tä­ri­sche Übun­gen etwa, die sie re­gel­mä­ßig in der Re­ser­vis­ten­ka­me­rad­schaft Wet­terau aus­le­ben. … Die­sem Hobby wer­den sie nicht mehr lange nach­ge­hen kön­nen. Denn neben ihrem En­ga­ge­ment als Re­ser­vis­ten haben sie noch etwas ge­mein­sam – die rechts­ex­tre­me Ge­sin­nung. Wie der Ver­band der Re­ser­vis­ten der Frank­fur­ter Rund­schau be­stä­tig­te, sind so­wohl gegen Ste­fan F. als auch gegen Falko S. be­reits Aus­schluss­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wor­den. … Man sehe die Ge­fahr, dass Neo­na­zis über die Re­ser­vis­ten­ka­me­rad­schaf­ten ver­su­chen könn­ten, sich an den Schuss­waf­fen aus­bil­den zu las­sen … Be­reits seit Jahr­zehn­ten ist der 45-​Jäh­ri­ge [Falko S.] rechts­ex­tre­mis­tisch aktiv. Sein Le­bens­lauf liest sich wie das Mus­ter einer Neo­na­zi-​Kar­rie­re, die in den 80er Jah­ren bei der mitt­ler­wei­le ver­bo­te­nen Wi­king-​Ju­gend be­ginnt, über den baye­ri­schen Lan­des­vor­sitz der eben­falls ver­bo­te­nen Frei­heit­li­chen Deut­schen Ar­bei­ter­par­tei (FAP) führt und bei der NPD endet. Falko S. ist in­zwi­schen re­gel­mä­ßi­ger Gast bei NPD-​De­mons­tra­tio­nen und – laut Im­pres­sum – Ad­mi­nis­tra­tor der In­ter­net­sei­te der NPD Aschaf­fen­burg. Bei Falko S. sei das Aus­schluss­ver­fah­ren be­reits ab­ge­schlos­sen …“ (Quel­le: Frank­fur­ter Rund­schau on­line, 15.​02.​12)

11./12.​02.: Laut An­ga­be des NPD-​Kreis­ver­ban­des Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg hat die knall­rech­te Par­tei einen Orts­ver­band Bach­gau (Groß­ost­heim, Schaaf­heim, Stock­stadt) ge­grün­det. Al­ler­dings muss die NPD zu­ge­ben, dass bei ihrem En­ga­ge­ment in Ring­heim (Orts­teil von Groß­ost­heim) die Re­ak­ti­on einer dor­ti­gen Bür­ger­initia­ti­ve im De­zember letz­ten Jah­res ein­deu­tig aus­fiel; diese dis­tan­zier­te sich „von dem omi­nö­sen Flug­blatt der an­geb­li­chen NPD Bach­gau“. (Quel­le: Seite der NPD AB-​MIL, Ein­trag vom 16.​02.​12; Face­book-​Sei­te der NPD AB-​MIL, Auf­ruf vom 17.​02.​12)

04./05.​02.: Auf­grund der Be­richt­er­stat­tung von kommunal.​tk (zur an­ti­fa­schis­ti­schen De­mons­tra­ti­on in Aschaf­fen­burg am 27. Ja­nu­ar) ant­wor­ten meh­re­re Knall­rech­te. Die ist nichts Un­ge­wöhn­li­ches, soll hier aber als ex­em­pla­ri­scher Fall ein­mal do­ku­men­tiert wer­den.

Der erste Nazis will An­ti­fa­schis­ten de­por­tie­ren, „bis der Zug durch so ein Tor fährt mit so doo­fen schrift­zü­gen dran … von wegen ar­beit, Frei und so … dann seit ihr rich­tig!“ Ein sich „Gelb­grü­ner Nu­tel­la­Ne­ger“ nen­nen­der Rech­ter droht: „Wir füh­ren Lis­ten für spä­ter“. Und ein ge­wis­sen „Ze­cken­ver­nich­tungs­mit­tel­be­schaf­fer“ meint: „Man­che Ka­me­ra­den haben es viel­leicht nicht so mit der Recht­schrei­bung, dafür wis­sen sie umso bes­ser wie gegen Leute wie euch tat­kräf­tig vor­zu­ge­hen ist.“ Ras­sis­mus, Ge­walt­an­dro­hung und Ver­nich­tungs­phan­ta­sie – mehr wird kaum ge­bo­ten. Die Ge­fähr­lich­keit des Fa­schis­mus liegt nie­mals in sei­ner (kaum ge­ge­be­nen) geis­ti­gen Po­tenz; sie liegt in der immer vor­han­de­ne Ge­walt­be­reit­schaft der ihm zu­grun­de lie­gen­den (an­ge­sof­fe­nen) Män­ner­bün­de. (Quel­le: kommunal.​tk, Bei­trag vom 04.​02.​12)

27.​01.:​ Ent­lang der Aschaf­fen­bur­ger Froh­sinn­stra­ße wer­den kurz vor Be­ginn des Ho­lo­caust-​Ge­denk­mar­sches (gleich­zei­tig De­mons­tra­ti­on gegen Neo­na­zis) zahl­rei­che NPD- und JN-​Auf­kle­ber an­ge­bracht. (Quel­le: Mit­tei­lung eines Be­ob­ach­ters vom 28.​01.​12) Ab dem Nach­mit­tag wer­den mehr­fach klei­ne­re Grup­pen von Nazis in der Stadt be­ob­ach­tet, so z.B. in der Nähe der Ak­ti­on „Tau­send Lich­ter“, wel­che eben­falls an den Stol­per­stei­nen der Opfer des Ho­lo­caust ge­dach­te. (Quel­le: linksunten.​indymedia.​org, 27.​01.​12)

26. auf 27.​01.: In Groß­ost­heim sprü­hen Un­be­kann­te zwei Ha­ken­kreu­ze auf Roll­lä­den eines Ein­fa­mi­li­en­hau­ses und auf einen Te­le­fon­schalt­kas­ten. (Quel­le: primavera24.​de, 27.​01.​12)

26. auf 27.​01.: Die Ge­denk­plat­te für die Na­zi-​Op­fer an der Rück­sei­te der Sand­kir­che in Aschaf­fen­burg wird mit wei­ßer Farbe be­schmiert (siehe Fo­to­col­la­ge unten, rech­te Seite). In der Nähe hin­ter­las­sen die Täter ver­mut­lich ihre Vi­si­ten­kar­te: Auf­kle­ber der JN (Fo­to­col­la­ge, linke Seite) und an­de­rer rech­ter Grup­pen. Die­ser un­wür­di­ge Akt des Van­da­lis­mus ist mit Si­cher­heit eine Re­ak­ti­on auf die am 27.​01. statt­finde­nen Ge­denk­ver­an­stal­tun­gen, bson­ders auf die De­mons­tra­ti­on des Bünd­nis gegen Rechts (der Rest dürf­te die Nazis we­ni­ger stö­ren).

07.​01.: Der Stütz­punkt Fran­ken/Ober­pfalz der NPD-​Ju­gend Junge Na­tio­nal­de­mo­kra­ten (JN) sei ge­grün­det. An­geb­lich „waren neben den Ka­me­ra­den der Di­vi­si­on Fran­ken, die einen Groß­teil der Or­ga­ni­sa­ti­on über­nah­men, auch deren Bünd­nis­part­ner vom Ak­ti­ons­bünd­nis Nord­fran­ken, die Frei­en Na­tio­na­lis­ten Wei­ßen­burg und sogar die ANS Stor­marn an­we­send. Eben­falls der Ein­la­dung folg­ten der Na­tio­na­le Wi­der­stand Am­berg sowie selbst­ver­ständ­li­cher­wei­se zahl­rei­che Mit­glie­der und Funk­tio­nä­re der NPD.“ Die JN wurde dabei „als junge Elite des na­tio­na­len Wi­der­stan­des und deut­schen Be­frei­ungs­kamp­fes“ be­zeich­net. JN-​Stütz­punkt­lei­ter wurde Sven Diem von der Di­vi­si­on Fran­ken, einem Zu­sam­men­schluss frei­er Ka­me­rad­schaf­ten. Wie weit dies Aus­wir­kun­gen auf die frän­ki­sche Re­gi­on Un­ter­main hat, das wird sich zei­gen. Eine erste Kund­ge­bung des neuen JN-​Stütz­punk­tes gab es in­zwi­schen in Forch­heim unter Ge­gen­pro­test des lo­ka­len Bünd­nis­ses Bunt statt Braun. (Quel­le: Home­pages der Di­vi­si­on Fran­ken und des Bun­des­vor­stan­des der JN, Auf­ru­fe vom 19.​02.​12)

06.​01.: In Hös­bach, Orts­teil Sand wer­den die Bus­hal­te­stel­le und meh­re­re Strom­ver­tei­ler-​ sowie Te­le­fon­käs­ten mit rech­ten Pa­ro­len be­schmiert. Zudem wer­den knall­rech­te Auf­kle­ber an Licht­mas­ten an­ge­bracht. (Quel­le: Mel­dung der Po­li­zei Un­ter­fran­ken vom 12.​01.​12, ver­öf­fent­licht im In­ter­net auf der Po­li­zei-​Sei­te und bei main-​echo.​de)

01.​01.: Das Jahr 2011 en­de­te mit einer Mel­dung zu Nor­bert Geis, das neue Jahr be­ginnt mit einer zu ihm: Bei der durch die Zei­tung Prima Sonn­tag ab­ge­frag­ten Jah­res­pro­gno­se meint der CSU-​Rechts­aus­le­ger, dass es zwar kein schnel­les NPD-​Ver­bot geben werde, dass aber „die NPD un­se­re Grund­ord­nung nicht haben will – genau wie Die Linke – davon bin ich fest über­zeugt. Im End­er­geb­nis wol­len beide das Glei­che: eine to­ta­li­tä­re Herr­schaft.“ Düm­mer kann die Ex­tre­mis­mus-​Ideo­lo­gie nicht aus­ge­drückt wer­den. Im­mer­hin ge­steht Geis ein, dass die Nach­weis­bar­keit die­ser Be­haup­tung „bei der Lin­ken der­zeit gar nicht mög­lich“ sei. Wir müs­sen Die Linke nicht mögen – aber diese Gleich­set­zung mit der NPD hat Die Linke nie­mals ver­dient und sie ist zudem eine bru­ta­le Ver­harm­lo­sung der NPD-​Na­zis. (Quel­le: Prima Sonn­tag, 01.​01.​12)


2011

31.​12.: Nor­bert Geis (MbB, CSU, Aschaf­fen­burg) steht auf der Au­to­ren­lis­te der knall­rech­ten Zei­tung Junge Frei­heit (dies kann aber auch hei­ßen, dass er die­ser Pos­til­le „nur“ ein In­ter­view ge­ge­ben hat). (Quel­le: na­zi-​leaks.​net; Sei­ten­auf­ruf von An­fang Ja­nu­ar 2012)

10. auf 11.​12.: „Ein Un­be­kann­ter hat in der Nacht zum Sonn­tag ein Loch in die Schau­fens­ter­schei­be des SPD-​Bür­ger­bü­ros in der Gold­ba­cher Stra­ße (in Aschaf­fen­burg) ge­schla­gen. Au­ßer­dem brach­te der Täter an dem Brief­kas­ten einen NPD-​Auf­kle­ber an. Die Kripo Aschaf­fen­burg geht von einem recht­mo­ti­vier­ten Hin­ter­grund aus. … Wie die Be­am­ten vor Ort fest­stell­ten, war die Schei­be of­fen­bar mit einem Bier­krug ein­ge­wor­fen wor­den. In dem Schau­fens­ter war ein Zei­tungs­ar­ti­kel mit Bei­leids­be­kun­dun­gen für Opfer rechts­mo­ti­vier­ter Ge­walt­ta­ten aus­ge­stellt, der im Zu­sam­men­hang mit dem ak­tu­el­len, bun­des­wei­ten Er­mitt­lungs­ver­fah­ren steht. Ins­ge­samt ent­stand ein Sach­scha­den, der nach ers­ten Schät­zun­gen rund 3000 Euro be­trägt.“ (Quel­le: Main-​Echo, 12.​12.​11)

03. 12.: Zwei ehe­ma­li­ge Land­tags-​Ab­ge­ord­ne­te aus dem Kreis Mil­ten­berg ste­hen auf der Adres­sen­lis­te, die bei den Na­zi-​Ter­ro­ris­ten in Zwi­ckau ge­fun­den wurde: Heinz Kai­ser (SPD) und Lud­wig Rit­ter (CSU). Warum Kai­ser auf die Liste kam, dürf­te klar sein: Er ist bei der SPD – und die ist in dem re­la­tiv in­tel­li­genz­frei­en Welt­bild der Nazis halt ir­gend­wie links. Dass mit den Stim­men der SPD z.B. das Asyl­recht bis zur Un­kennt­lich­keit zer­schos­sen wurde, was die Nazis da­mals be­ju­beln durf­ten, wird ihm hier nicht ge­dankt. Warum aber der Möm­lin­ger Lud­wig Rit­ter auf der Hass­lis­te der Nazis steht, das ent­zieht sich nicht nur sei­ner Kennt­nis. Rit­ter ist be­kannt als Erz­kon­ser­va­ti­ver, der auch schon mal vom ei­ge­nen Par­tei­freund ge­bremst wer­den muss­te, damit seine Rede nicht allzu sehr nach „Re­pu­bli­ka­ner“ klang. Gegen ihn kön­nen Nazis kaum etwas haben; außer viel­leicht aus Kon­kur­renz­grün­den: Rit­ter gilt als so schwarz, dass er selbst bei Nacht und to­ta­lem Strom­aus­fall im Koh­len­kel­ler noch einen Schat­ten wer­fen kann. Da kommt bei den Brau­nen dann doch der Neid auf. (Quel­le: Main-​Echo, 03./04.​12.​11)

25. auf 26.​11:​ In Klein­ost­heim wird ein Wohn­haus mit schwar­zer Lack­far­be be­malt. Es wer­den ins­ge­samt zehn Ha­ken­kreu­ze an die rück­wär­ti­ge Haus­fas­sa­de, die Ein­gangs­tü­re, an Ja­lou­si­en und auf den Ter­ras­sen­bo­den ge­sprüht. Der Sach­scha­den be­trägt meh­re­re tau­send Euro. Die Po­li­zei ver­mu­tet kei­nen rechts­ex­tre­men Hin­ter­grund! (Quel­le: http://ai­da-​ar­chiv.​de/​index.​php?​option=com_​content&​view=article&​id=2623:​26-november-2011&​catid=217:​2011-november&​Itemid=1337)

22.​10.: „Vor der ma­le­ri­schen Ku­lis­se der Mil­ten­ber­ger Alt­stadt in­for­mier­te der NPD-​Kreis­ver­band Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg im Rah­men des bun­des­wei­ten NPD-​Ak­ti­ons­ta­ges `Raus aus dem Euro´ mit einem In­for­ma­ti­ons­stand die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger des Land­krei­ses über die po­li­ti­schen Hin­ter­grün­de und Ziele der Eu­ro-​Lob­by, sowie über die wah­ren Kos­ten des Euros für jeden ein­zel­nen deut­schen Steu­er­zah­ler.“ So be­rich­tet die NPD Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg auf ihrer Home­page. Es folgt ein über­schweng­li­cher wie zy­ni­scher Be­richt mit dem üb­li­chen Par­tei-​Selbst­lob, das die NPD noch bes­ser be­herrscht als die eta­blier­ten Par­tei­en. Fakt ist aber, dass die Mil­ten­ber­ger/innen kaum etwas von dem Info­stand mit­be­kom­men haben, selbst jene nicht, die (z.B. wegen einer Hoch­zeit) ge­ra­de vor dem Rat­haus und damit in di­rek­ter Nähe des Info­st­an­des waren. Al­ler­dings wurde zu­min­dest in einer Wohn­ge­gend NPD-​Pro­pa­gan­da in die Brief­käs­ten ge­stopft.

(Quel­le: Home­page NPD AB-​MIL, Auf­ruf 26.​10.​11; Ge­sprä­che mit Mil­ten­ber­ger Bür­ger/innen vom 26.​10.​11)

20.​10.: Mit „rechts­ra­di­ka­len“ Um­trie­ben in Klin­gen­berg be­schäf­tigt sich eine Ver­samm­lung des dor­ti­gen SPD-​Orts­ver­eins. Wie der Orts­vor­sit­zen­de schil­dert, sind in den vor­an­ge­gan­ge­nen Wo­chen und Mo­na­ten im Stadt­ge­biet ver­mehrt Auf­kle­ber der NPD und des „Frei­en Netz Süd“ an­ge­bracht wor­den. Zudem wer­den of­fen­siv Flug­blät­ter und die Par­tei­zei­tung der NPD an die Haus­hal­te im ge­sam­ten Stadt­ge­biet ver­teilt. „Die un­ge­nier­te Ver­brei­tung von rech­tem Ge­dan­ken­gut, das sich vor allem an Ju­gend­li­che rich­tet, ist alar­mie­rend“, so der Orts­vor­sit­zen­de. „Die SPD-​Stadt­rä­te kün­dig­ten einen An­trag im Stadt­rat an, wo­nach die Stadt­ver­wal­tung be­auf­tragt wer­den soll, zu­sam­men mit der Po­li­zei, der Ju­gend­so­zi­al­ar­beit und den Ver­ei­nen ein Kon­zept zu ent­wi­ckeln, wie gegen die­ses Pro­blem vor­ge­gan­gen wer­den kann. Dazu sei es auch not­wen­dig, sich mit um­lie­gen­den Ge­mein­den aus­zu­tau­schen und eine Be­stands­auf­nah­me von rechts­ex­tre­mis­ti­schen Ak­ti­vi­tä­ten zu ma­chen“ (Main-​Echo). „Weh­ret den An­fän­gen!“ meint der Orts­vor­sit­zen­de in die­sem Zu­sam­men­hang.

So gut und wich­tig Ak­ti­vi­tä­ten gegen Rechts auch sind: Nur lei­der sind wir längst nicht mehr bei den „An­fän­gen“. Wahr­schein­lich waren wir dort auch nie. Denn der brau­ne Mief mach­te und macht sich in der Mitte der Ge­sell­schaft immer wie­der (mehr oder min­der er­kenn­bar) breit. Und so sind auch nicht die NPD und sons­ti­ge brau­ne Ka­me­ra­den das ganz große Pro­blem, son­dern die ideo­lo­gi­sche Durch­drin­gung der Ge­sell­schaft in Deutsch­land durch au­to­ri­tä­re, ras­sis­ti­sche, an­ti­se­mi­ti­sche, ge­walt­ak­zep­tie­ren­de Ideen. Und „rechts­ra­di­kal“ gibt es – das nur ne­ben­bei – gar nicht, den ra­di­kal (also an die Wur­zel [der Pro­ble­me] ge­hend) sind Knall­rech­te ge­ra­de über­haupt nicht; his­to­ri­schen waren die Ra­di­ka­len üb­ri­gens auch immer Linke. Bei „rechts­ex­trem“ – auch das nur zur er­gän­zen­den Kom­men­tie­rung – scheint die un­säg­li­che Ex­tre­mis­mus­de­bat­te durch, die genau jene Mitte ent­las­ten soll, die sich immer wie­der so an­fäl­lig für knall­rech­te Ideen er­weist; aber das ist dann wirk­lich ein Thema, das hier nicht be­han­delt wer­den kann.

(Quel­le: Main-​Echo, Obern­burg, 25.​10.​11)

27.​09.: An­läss­lich einer Ver­an­stal­tung der Spar­kas­se im Kreis Mil­ten­berg zum Thema „Frei­heit – Ver­ant­wor­tung – Ge­mein­sinn“ mit Joa­chim Gauck star­te­te die NPD Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg nach ei­ge­nen An­ga­ben eine „Pe­ti­ti­on zur Kon­to­er­öff­nung“. Nun muss nie­mand den Ver­an­stal­tungs­ti­tel oder Herrn Gauck nett fin­den, in­ter­es­sant ist den­noch, was da pas­siert. „Der Kreis­ver­band Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg der NPD möch­te seit 2008 bei der hie­si­gen Spar­kas­se ein Konto er­öff­nen, was ihr bis heute ver­wehrt wird“, heißt es in der Pe­ti­ti­on (die keine ist, da sie sich nicht an eine Be­hör­de oder einen Pe­ti­ti­ons­aus­schuss wende, aber das nur ne­ben­bei). Wei­ter: „Wie sieht es aus mit den ‚de­mo­kra­ti­schen Grund­rech­ten’, wenn wie hier einer zu­ge­las­se­nen, in Lan­des­par­la­men­ten ver­tre­te­nen Par­tei die Er­öff­nung eines Kon­tos ver­wei­gert wird, um so die re­gel­rech­te Ar­beit die­ser Par­tei zu be­hin­dern?“ Es ist klar: Die NPD ver­steht nichts von De­mo­kra­tie, wie denn auch. Sonst wüss­te sie, dass eine Kon­to­er­öff­nung zwar ein bür­ger­li­ches Recht sein mag, je­doch kein de­mo­kra­ti­sches. Und wenn Spar­kas­sen­chef Feuß­ner den kack­brau­nen Ka­me­ra­den kein Konto geben will, dann doch aus dem ver­ständ­li­chen Grund, dass es den Be­diens­te­ten nicht zu­zu­mu­ten ist, sich mit sol­chen brau­nen Ekel­pa­ke­ten ab­ge­ben zu müs­sen.

Beim Main-​Echo heißt es da sehr un­auf­ge­regt: „Den Auf­tritt Gaucks nutz­te der NPD-​Kreis­ver­band Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg zu einer Ak­ti­on. Vor der El­sen­fel­der Spar­kas­sen-​Are­na wies die rechts­ex­tre­me Par­tei mit Fly­ern dar­auf hin, seit 2008 eine Kon­to­er­öff­nung bei der Spar­kas­se ver­wei­gert zu be­kom­men. Jetzt droht eine ge­richt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung. Spar­kas­sen­chef Feuß­ner de­mons­trier­te Ge­las­sen­heit: `Dann sol­len sie uns halt ver­kla­gen.´“

(Quel­le: Home­page der NPD Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg, Ein­trag vom 28.​09.​11; Main-​Echo vom 29.​09.​11)

18.​09.: Beim „Tag der Hei­mat 2011“ des Bun­des der Ver­trie­be­nen Kreis­ver­band Mil­ten­berg in Obern­burg-​Ei­sen­bach spricht Rudi Pa­wel­ka, pen­sio­nier­ter Po­li­zei­di­rek­tor, lang­jäh­ri­ger CDU-​Funk­tio­när, An­fang der 1970er Jahre zwei­ter Bun­des­vor­sit­zen­der der da­ma­li­gen weit rechts ste­hen­den CSU-​Freun­des­krei­se und heute Bun­des­vor­sit­zen­de der Lands­mann­schaft Schle­si­en. Seine Aus­sa­ge „`Es ist noch sehr weit bis zum Ein­ver­neh­men´ (ge­meint: mit Län­dern wie Polen oder Tsche­chi­en)“ (alle Zi­ta­te: Main-​Echo) kann ge­trost so über­setzt wer­den: Wir wer­den Polen und Tsche­chi­en nie ver­zei­hen, dass wir den Welt­krieg ver­lo­ren haben!

„Vol­ler Em­pö­rung wies er den Satz vom `Tag der Be­frei­ung´ zu­rück, den der da­ma­li­ge Bun­des­prä­si­dent Weiz­sä­cker am 8. Mai 1985 über das Kriegs­en­de for­mu­liert hatte, und nann­te deut­sche Po­li­ti­ker `Grals­hü­ter der deut­schen Schuld´, die damit `deut­sche Opfer ver­höh­nen´. Die Ost­po­li­tik Willy Brandts wurde bei ihm zur Ver­zichts­po­li­tik und zum Ver­rat.“ Dass er den 8. Mai 1945 als „Tag der Be­frei­ung“ ab­lehnt (und die­ser für ihn damit ein Tag der Nie­der­la­ge ist, was eine Sym­pa­thie für das un­ter­le­ge­ne Na­zi-​Re­gime be­dingt) ist an­ge­sichts der sons­ti­gen Aus­sa­gen auch nicht mehr son­der­lich über­ra­schend.

Noch­mal Pa­wel­ka: „Er be­ton­te, `dass Ver­trei­bung mit Hit­ler nichts zu tun hat – das sind nur Vor­wän­de.´“ Fast ist es müßig, auf diese Be­haup­tung ein­zu­ge­hen, zu sehr ist sie im Wahn­ge­bäu­de von Schuld­ab­wehr und Pro­jek­ti­on der als dem Ei­ge­nen (der ei­ge­nen Na­ti­on oder den Schle­si­ern) zu­ge­ord­ne­ten Ver­bre­chen auf an­de­re be­haf­tet. Daher nur in aller Kürze: Zwar war es Hit­ler nicht al­lei­ne, er brauch­te schon Mil­lio­nen von Deut­schen in SA, SS, Ge­sta­po, Ver­wal­tung, In­dus­trie und vor allem Wehr­macht, um Ter­ror und Ver­nich­tung durch­zu­zie­hen. Aber ohne genau dies – Krieg, Ter­ror, KZ-​Sys­tem etc. – hätte es nie­mals die Mög­lich­keit und die Not­wen­dig­keit der Ver­trei­bung ge­ge­ben! Ohne den Na­zi-​Ter­ror, den die spä­ter Ver­trie­be­nen mas­sen­haft (und of­fen­sicht­lich ab­so­lut mehr­heit­lich) un­ter­stützt hat­ten, hät­ten die ver­trei­ben­den Staa­ten nie­mals die Recht­fer­ti­gung ge­se­hen und nie­mals vor der Welt­öf­fent­lich­keit und den an­de­ren Na­tio­nen mit Zu­stim­mung rech­nen kön­nen.

Und was sag­ten dazu die An­we­sen­den bei Pa­wel­kas 50­mi­nü­ti­ger Rede in Obern­burg? Of­fen­sicht­lich nichts. Aber im­mer­hin: „Ei­ni­ge Zu­hö­rer, auch sol­che, die selbst aus einer Ver­trie­be­nen­fa­mi­lie stam­men, re­agier­ten bei der Rede spür­bar zu­rück­hal­tend oder skep­tisch, und am Ende wirk­te der Bei­fall nach der lan­gen An­spra­che in der Ei­sen­ba­cher Halle eher re­ser­viert.“ (Quel­le: alle Zi­ta­te aus Main-​Echo, 20.​09.​11)

28.​08.: Zum wie­der­hol­ten Mal wer­den in der Aschaf­fen­bur­ger Enrst­hof­stra­ße ein­zel­ne Auf­kle­ber von JN (NPD) und dem Frei­en Netz Süd an­ge­bracht. (Quel­le: Au­gen­zeu­gen­aus­sa­ge per Email vom 29.​08.​11, zu­ge­gan­gen bei kommunal.​tk am 01.​09.​11)

27./28.​08.: Bei Stadt­fest in Aschaf­fen­burg wer­den ca. 15 Rech­te ge­se­hen, die Flyer von JN (NPD) und Au­to­no­men Na­tio­na­lis­ten ver­tei­len. (Quel­le: Au­gen­zeu­gen­aus­sa­ge per Email vom 29.​08.​11, zu­ge­gan­gen bei kommunal.​tk am 01.​09.​11)

23.​08.: Seit 14.​08.​11 hat der „Na­tio­na­le Wi­der­stand Aschaf­fen­burg“ (Mil­ten­berg spielt dies­mal keine Rolle) eine ei­ge­ne Home­page. Ein schon län­ger be­ste­hen­der rech­ter Blog möch­te nun ge­zielt Nach­rich­ten aus der Re­gi­on AB brin­gen. Am 23. Au­gust gibt es dann unter dem Titel „Ver­mehr­te Volk­s­auf­klä­rung in Stadt und Land­kreis Aschaf­fen­burg“ die erste re­gio­na­le Nach­richt: kommunal.​tk hat eine Seite, auf der sich mit dem Trei­ben der Rech­ten be­schäf­tigt wird. Aus un­se­rer Seite wird dann auch flei­ßig zi­tiert, un­se­re Fotos ge­klaut und auf der Na­zi­sei­te ge­bracht.

Die Qua­li­tät des rech­ten Blogs be­weist sich in Über­schrif­ten wie „Ge­rin­ge­re schöp­fe­ri­sche Geis­tes­kraft: Warum Frau­en nicht zum Genie tau­gen“ oder „Ras­sen­un­ru­hen in Lon­don: Ne­ger­füh­rer Dar­cus Howe be­schwört den Auf­stand“. In einer Um­fra­ge spricht man sich dort ganz ein­deu­tig gegen Frau­en­fuß­ball aus!

Es ist schön, dass kommunal.​tk auf dem Blog der kack­brau­nen Ka­me­ra­den ver­linkt wird; da kön­nen die Volks­ge­nos­sen mal was wirk­lich Gutes lesen! Dass aber wir un­se­rer­seits die­sen Blog ver­lin­ken, einen Blog von Men­schen, die uns al­le­samt gerne ins Lager sper­ren oder auf­hän­gen wür­den (so sie es könn­ten), das kann nie­mand ernst­haft er­war­ten!

(Quel­le: Sei­ten­auf­ruf des Blogs zum Na­tio­na­len Wi­der­stand Aschaf­fen­burg vom 23.​08.​11; Aus­zü­ge Screen­shots unten)



23.​08.: Ja, es lang­weilt schon. Daher wird nur noch dann auf Le­ser­brie­fe der Da­sch­ner-​Fans (siehe 22.​08., 16.​08., 03.​08.) hin­ge­wie­sen, wenn sie etwas Neues brin­gen. Und da haben wir auch schon einen in­ter­es­san­ten Hin­weis bei Sig­rid Le­man­czyk aus Schöll­krip­pen: Sie ist gegen das be­sag­te Ur­teil zu­guns­ten Gäf­gens, stellt sich auf die Seite des Fol­ter­an­dro­hers Da­sch­ners und endet mit den Wor­ten: „Mit mei­ner Mei­nung stehe ich nicht al­lei­ne da.“ Es ist das Be­wußt­sein des volks­ge­mein­schaft­li­chen Zu­sam­men­ge­hö­rens, des „wir sind die Mehr­heit“, das es nicht nur leicht macht, sich hier per Le­ser­brief zu mel­den, son­dern das auch das genuß­vol­le Suh­len im völ­ki­schen Schlamm er­laubt. (Quel­le: Main-​Echo, 23.​08.​11)

22.​08.: Satte fünf Le­ser­brie­fe wen­den sich wie­der gegen die Ent­schei­dung der Jus­tiz, dem Kin­der­mör­der Gäf­gen eine Zah­lung auf­grund der er­lit­te­nen Fol­ter­an­dro­hung zu ge­wäh­ren. Die­ser ju­ris­ti­sche Ent­schei­dung mag zwar selt­sam klin­gen, ist je­doch recht­lich nicht zu be­an­stan­den. An­ders bei den Men­schen, die sich im Be­sitz des „ge­wun­den Volks­emp­fin­dens“ wäh­nen. An­net­te Wolf aus Lau­fach un­ter­stellt, „un­se­re Ge­set­ze schüt­zen die Ver­bre­cher“. Von „Irr­sinn“ bei der Ge­richts­ent­schei­dung spricht Eli­sa­beth Zöl­ler aus Mil­ten­berg. Sie hält den Täter Gäf­gen für einen „Un­men­schen“. Wie­der eine An­walts­schel­te spricht Marie Sten­ger aus Aschaf­fen­burg aus: Bei dem Ver­tei­di­ger von Gäf­gen müsse es sich um „einen wür­de­lo­sen, geld­gie­ri­gen Men­schen“ han­deln. Auch ein Le­ser­beif aus Nidda ver­öf­fent­licht das Main-​Echo. Dort hetzt Nor­bert Günd­ling gegen „Gut­men­schen“ und ver­langt einen „Ge­set­zes­text im Sinne des Volkes“. Aus der Ge­schich­te wis­sen wir, was damit ge­meint sein muss. Ganz be­son­ders in­ter­es­sant ist aber der Le­ser­brief von Hans Schlo­wak aus Lau­den­bach. Er hat wohl ganz be­son­de­re Knas­ter­fah­rung, denn er weiß, dass dort „re­la­tiv lu­xu­riö­se Un­ter­brin­gung in ho­tel­ähn­li­chen Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten“ üb­lich sei. Auch er spricht Tä­tern die Men­schen­wür­de erst­mal ab. Man müsse sich diese erst „ver­die­nen“! „Den Be­griff der Würde soll­te man daher über­den­ken“, for­dert der Lau­den­ba­cher, der – und da scheint sich ein Kreis zu schlie­ßen – auch Lei­ter des Su­de­ten­deut­schen Or­ches­ters ist, wie z.B. in der Obern­bur­ger Aus­ga­be der Zei­tung vom glei­chen Tag zu lesen ist. (Quel­le: Main-​Echo, 22.​08.​11)

20.​08.: Un­be­kann­te legen den Aus­ga­ben des Main-​Echo, die zur Ver­tei­lung in Klin­gen­berg-​Röll­feld be­stimmt sind, Flug­blät­ter der NPD bei. Dem Zu­stel­ler fällt auf, dass alle Zei­tungs­pa­ke­te ge­öff­net sind, so fin­det er die Na­zi-​Pro­pa­gan­da und ent­fernt diese. An­zei­ge ist er­stat­tet. (Quel­le: Main-​Echo, 23.​08.​11)

Fotos zum Bei­trag unten:

18.​08.: Die Te­le­fon­zel­le Ecke Lang­gas­se/Ma­ri­en­gas­se in Klin­gen­berg wird mit Na­zi­auf­kle­ber des „Frei­en Net­zes Süd“ zu­ge­pflas­tert (siehe Fotos). Ein Klin­gen­ber­ger Bür­ger ent­fernt diese mit einem Glas­scha­ber. Eine vor­bei­kom­men­de Bür­ge­rin – von ihm an­ge­spro­chen – zeigt sich wenig em­pört über die Na­zi­pa­ro­len, meint nur, „ja da oben an der Bus­hal­te­stel­le hängt auch sowas“.

Der ge­nann­te Klin­gen­ber­ger Bür­ger be­rich­tet zudem davon, dass in der Ver­gan­gen­heit be­reits mehr­fach an Stra­ßen­schil­dern ein­zel­ne Na­zi-​Auf­kle­ber auf­ge­taucht waren und durch ihn ent­fernt wur­den. Auch wur­den immer wie­der Flyer der NPD ge­wor­fen. Auch diese sind nach Mög­lich­keit von ihm ein­ge­sam­melt wor­den. Ein so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Stadt­rat wurde über diese Vor­fäl­le in­for­miert. (Quel­le: Email des be­sag­ten Klin­gen­ber­ger Bür­gers vom 21.​08.​11)

18.​08.: „Neo­na­zis des `Frei­en Netz Süd´ ver­an­stal­te­ten im un­ter­frän­ki­schen Ro­den-​Ans­bach den `4. Na­tio­na­len Fran­ken­tag´ mit be­kann­ten Bands der Szene. Der Haupt­red­ner Mar­tin Wiese trug ein T-​Shirt mit Adolf-​Hit­ler-​Un­ter­schrift und droh­te in sei­ner An­spra­che den an­we­sen­den Jour­na­lis­t_in­nen mit dem Tod. … Im Vier­tel un­ter­halb des Fest­ge­län­des kön­nen die Neo­na­zis noch ein wei­te­res Ge­bäu­de nut­zen, von hier fah­ren FNS-​Ak­ti­vis­ten mit dem Lie­fer­wa­gen eines Mil­ten­ber­ger DPD-​Sub­un­ter­neh­mers in kur­zen Ab­stän­den Per­so­nal und Ma­te­ri­al hoch zum Wald­rand. …“ (Quel­le: http://​www.​aida-​ar­chiv.​de/​index.​php?​option=com_​content&​view=article&​id=2465:​hitlerfans-am-waldrand&​catid=85:​neonazi-konzert&​Itemid=152)

16.​08.: Wie­der Le­ser­brie­fe, die sich offen oder ver­steckt für Fol­ter an Kri­mi­nel­len aus­spre­chen (siehe auch 03.​08.). Für Uwe Klei­nen aus Sai­l­auf ste­hen die Ver­hö­ren­den auch dann auf dem Boden des Grund­ge­set­zes, wenn sie Fol­ter an­dro­hen. Er meint auch, dass der Um­stand, dass der Täter wegen der Fol­ter­an­dro­hung eine Ent­schä­di­gung zu­ge­spro­chen bekam, Men­schen „zur Ab­kehr von der Staats­form De­mo­kra­tie“ brin­gen wird. Jür­gen und Maria Wirth aus Walda­schaff sind aus glei­chem Grund „fas­sungs­los“ und ver­tei­di­gen das Vor­ge­hen der Fol­ter an­dro­hen­den Be­am­ten. Den Täter wür­den sie gerne in eine Ar­beits­la­ger (!) ste­cken.

Als ganz be­son­de­rer De­mo­krat und Men­schen­recht­ler zeigt sich Gün­ther Huth aus Klin­gen­berg. Er spricht dem Täter die Men­schen­wür­de ab und ver­tei­digt den Fol­ter an­dro­hen­den Be­am­ten, den er „Herr Dasch­mann“ nennt (so­viel zur wirk­li­chen Kennt­nis der Vor­gän­ge!). Für ihn ist es so, dass „die an­ge­droh­te Fol­ter (lei­der) nícht um­ge­setzt“ wurde. Sei­nes „Er­ach­tens muss in Ar­ti­kel 1 des Grund­ge­set­zes ein Schlupf­loch in der Art ein­ge­baut wer­den, dass die Ge­rich­te bei solch einem Ver­bre­chen die Mög­lich­keit einer Au­ßer­acht­las­sung be­nut­zen kön­nen.“ Würde ein Lin­ker in die­ser Art gegen das Grund­ge­setz und seine un­ver­äu­ßer­li­chen Grund­rech­te het­zen, er be­kä­me es mit der Po­li­zei zu tun! (Quel­le: Main-​Echo, 16.​08.​11)

03.​08.: In zwei Lesebrie­fen kocht der Volks­z­orn. Wir er­in­nern uns: In Hes­sen hatte der da­ma­li­ge Frank­fur­ter Vi­ze­po­li­zei­prä­si­dent Wolf­gang Da­sch­ner dem Täter Ma­gnus Gäf­gen Fol­ter an­ge­droht, um das Ver­steck eines (be­reits toten) ent­führ­ten Jun­gen zu er­fah­ren. Der Be­am­te hatte zu die­sem Vor­ge­hen auch noch einen Ak­ten­ver­merk an­ge­legt, woll­te seine Tat also wohl öf­fent­lich ma­chen. Er wurde dafür – wie ein un­ter­ge­be­ner mit­wir­ken­der Be­am­ter – zu einer Geld­stra­fe ver­ur­teilt.

Al­fred Fürst aus Mil­ten­berg schreibt nun, man hätte Da­sch­ner be­lo­bi­gen sol­len, er hätte „nur einen Mil­li­me­ter da­ne­ben“ (neben dem Recht) ge­le­gen. Isol­de Schmitt aus Glatt­bach möch­te, dass der Täter von da­mals kei­nen Ver­tei­di­ger fin­det (dass er einen ge­fun­den hat, ist ihr „un­ver­ständ­lich“).

Un­ab­hän­gig davon, dass Kin­des­ent­füh­rung und Mord immer in­dis­ku­ta­bel sind, so ist Fol­ter und Fol­ter­an­dro­hung ge­nau­so in­dis­ku­ta­bel. Auch dann, wenn sie ver­meint­lich hö­he­ren Zie­len (hier: Ret­tung eines Kin­des) dient. Denn noch nie­mals (!) gab es Fol­ter aus schlech­ten Mo­ti­ven. Immer war das über­ge­ord­ne­te und enorm wich­ti­ge In­ter­es­se (des Staa­tes, der Par­tei, der Kir­che, einer Per­son …) Grund für die Fol­ter, immer waren die Fol­te­rer aus ihrer Sicht ein­deu­tig auf der Seite der Rich­ti­gen und mo­ra­lisch völ­lig im Recht. Es gibt daher kein ein­ge­schränk­tes Fol­ter­ver­bot – so wenig, wie es „etwas schwan­ger“ gibt. (Quel­le: Main-​Echo, 03.​08.​11)

01.​08.: Es gibt Sa­chen, die sind kaum zu über­bie­ten: Der Kreis­ver­band Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg der NPD will im Juli ein „Gril­len gegen Links“ ver­an­stal­tet haben! (Quel­le: Home­page NPD AB-​MIL, Datum 01.​08.​11, Sei­ten­auf­ruf 13.​08.​11)

29.​07.: In Col­len­berg wird ein Ha­ken­kreuz in einen par­ken­den PKW ge­ritzt. (Quel­le: Bote vom Un­ter­main, 01.​08.​11)

02.​07.: Ein Be­trun­ke­ner grölt in Aschaf­fen­burg Na­zi­pa­ro­len und wan­dert in die Aus­nüch­te­rungs­zel­le. (Quel­le: Main-​Echo Aschaf­fen­burg, 04.​07.​11)

Zwi­schen 17. uns 20.​06.: Auf dem Kin­der­spiel­platz am Ma­ri­en­platz in Lei­ders­bach wer­den Ha­ken­kreu­ze ge­sprüht. (Quel­le: Main-​Echo, 27.​06.​11)

17.​06.: Laut Selbst­aus­kunft auf der Home­page hat die NPD Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg eine ein­tä­gi­ge „Schu­lung unter der Lei­tung un­se­res Kreis­vor­sit­zen­den“ durch­ge­führt. Selbst­ver­ständ­lich „er­folg­reich“. Die Be­haup­tung, dass die Teil­neh­mer „die klare Pos­tio­nie­rung der na­tio­na­len und so­zia­len Welt­an­schau­ung un­se­rer Par­tei ge­gen­über Li­be­ra­lis­mus, Ka­pi­ta­lis­mus, Kom­mu­nis­mus, auch Ma­te­ria­lis­mus im in­ter­na­tio­na­len So­zia­lis­mus er­ar­bei­te­ten“, ist Beleg dafür, dass die NPD­ler noch immer aber auch über­haupt nichts ka­piert haben und zwang­haft bes­ten­falls halb ver­stan­de­ne Schlag­wor­te an­ein­an­der­rei­hen. (Quel­le: NPD Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg, Home­page, Auf­ruf vom 29.​06.​11)

21.​05.: Im Co­los-​Saal Aschaf­fen­burg fin­det ein Kon­zert unter dem Titel Fan­ta­sy Metal Night mit den Bands Rag­narö­ek und Mi­notau­rus statt. Auf der Rück­sei­te des Ein­la­dungs­fly­ers wird für den Asatru-​Ver­sand ge­wor­ben. Dort kann man Auf­nä­her mit Odal-​Ru­ne oder Ei­ser­nem Kreuz be­stel­len, Auf­kle­ber gegen An­ti­fa­schis­mus oder mit dem Text „Odin statt Jesus“, aber auch „T-​Hem­den“ (es wird aus­drück­lich auf eine deut­sche Spra­che wert ge­legt!) mit Mo­ti­ven wie „Ger­ma­ni­sche Wäch­ter – wo bleibt der Stolz?“ oder „Kein Islam in Eu­ro­pa – Das Chris­ten­tum ist schlimm genug“. Dazu gibt es im Asatru-​Pro­gramm auch Te­le­skop­schlag­stock und Pfef­fer­spray zu be­stel­len.

Mi­notau­rus schrei­ben am 20. Mai auf ihrer Home­page, sie „dis­tan­ziert sich hier­mit von der Rück­sei­te des Wer­be­fly­ers den wir über einen Spon­sor in den Um­lauf ge­bracht haben. Mi­notau­rus ist klar gegen rechts und deren Ge­sin­nung!“ Rag­narö­ek dis­tan­zie­ren sich of­fen­sicht­lich nicht. Ein will­kür­lich her­aus­ge­grif­fe­ner Text aus dem Werk die­ser Band läßt auch wenig Gutes er­war­ten: „Ein Sturm zieht auf, / wir fah­ren durch die Wogen. / Wir ma­chen Ruhm, / sind wir einst aus­ge­zo­gen. / Nichts hält uns auf, / der Tod in uns­rer Runde / und fürch­tet euch, / dann ster­ben sol­che Hunde.“ Und so wei­ter. Neben er­wart­ba­ren und grot­ten­schlech­ten Rei­men ist hier vor allem der bo­den­los dumme In­halt auf­fäl­lig: mar­tia­li­sche Dro­hun­gen, To­des­sehn­sucht, Ruhm­sucht. Das ist für alle, die sich mit fa­schis­ti­schen und fa­schis­to­iden Ge­dan­ken aus­ein­an­der­ge­setzt haben, ein be­kann­tes Thema. (Quel­le: Home­pages von Mi­notau­rus und Rag­narö­ek sowie Asatru-​Ver­sand, Auf­ru­fe Mai 2011, Ver­an­stal­tungs­fly­er)

19.​05.: Ob ein ras­sis­ti­scher Hin­ter­grund ur­säch­lich war für die Tö­tung von Chris­ty Schwun­deck, das ist un­klar. Aus­schlie­ßen kön­nen wir es nicht, daher hier der Hin­weis auf un­se­ren ent­spre­chen­den Bei­trag.

09./10.​04.: In Hös­bach-​Rot­ten­berg be­sprü­hen ver­mut­lich Knall­rech­te die Sei­ten­wand der Volks­schu­le; die dor­ti­gen „Schrift­zü­ge“ las­sen „Rück­schlüs­se auf eine rechts­ra­di­ka­le Ge­sin­nung“ zu, so die Kripo. (Quel­le: Stadt­zei­tung, 13.​04.​11)

April 2011: „Die in Bio- und Na­tur­kost­lä­den aus­lie­gen­de Zeit­schrift `Schrot & Korn´ des Aschaf­fen­bur­ger `Bio-​Ver­lags´ er­scheint mit einer ganz spe­zi­el­len Bei­la­ge: Mit einem mehr­sei­ti­gen Ein­le­ger (`Bü­cher, die Ihnen die Augen öff­nen´) wirbt der `Kopp-​Ver­lag´ aus dem würt­tem­ber­gi­schen Rot­ten­burg in der April-​Aus­ga­be für sein Pro­gramm. Kopp ver­treibt und ver­öf­fent­licht ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sche, an­ti­se­mi­ti­sche und rechts­las­ti­ge Bü­cher. Die täg­li­che (und zum Teil von Eva Her­mann mo­de­rier­te) Vi­deo-​Nach­rich­ten­sen­dung aus dem Hause Kopp wird von zahl­rei­chen neo­na­zis­ti­schen In­ter­net­por­ta­len über­nom­men und ein­ge­bun­den.“ (Quel­le: http://​www.​aida-​ar­chiv.​de/​index.​php?​option=com_​content&​view=article&​id=2344:​1-april-2011&​catid=210:​2011-april&​Itemid=1330)

20.​03.: Es wird immer dreis­ter! „Das na­tio­na­lis­ti­sche Ver­bre­chen der Tsche­chen stand dem der Deut­schen in nichts nach.“ Das sagt laut Main-​Echo Hel­mut Sei­del, Kreis­ob­mann (das heißt wirk­lich so) der Schle­si­schen Lands­mann­schaft aus dem Oden­wald­kreis bei einer Feier in Obern­burg. Re­ak­tio­nen auf den ers­ten und zwei­ten Welt­kreig gleich­zu­set­zen mit dem Aus­lö­sen des ers­ten und zwei­ten Welt­krie­ges? 54 tote Deut­sche (am 4. März 1919) gleich viele Mil­lio­nen Kriegs­to­te? Ver­trei­bung sich als deutsch ver­ste­hen­der Men­schen nach Deutsch­land gleich Ausch­witz und Dachau? Sel­ten haben die be­reits in drit­ter oder vier­ter Ge­ne­ra­ti­on Ver­trie­be­nen so offen ge­sagt, was sie den­ken. (Quel­le: Main-​Echo Obern­burg, 22.​03.​11)

11.-13.​03.: Die NPD Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg im „Front­ein­satz“ in Sach­sen-​An­halt an­läss­lich de Wahl­kamp­fes: „Das Wo­chen­en­de … waren vier Ak­ti­vis­ten des KV Aschaf­fen­burg/Mil­ten­berg un­ter­wegs im Bur­gen­land­kreis und haben flä­chen­de­ckend die Brief­käs­ten mit dem neuen Ma­te­ri­al be­stückt.“ Thema des ver­teil­ten Ma­te­ri­als (dar­auf haben wir vorab ge­wet­tet und hät­ten ge­won­nen): „Fremd­ar­bei­te­rin­va­si­on stop­pen! – Ar­beit zu­erst für Deut­sche.“ Wei­ter laut NPD: „Am glei­chen Wo­chen­en­de führ­te eine zwei­te Ak­ti­ons­ko­lon­ne drei Par­tei­ge­nos­sen in die hes­si­sche Wet­terau. Dort un­ter­stütz­ten sie un­se­re hes­si­schen Freun­de im Kom­mu­nal­wahl­kampf.“ Das zum Bei­trag ein­ge­füg­te Foto zeigt drei Män­ner und trägt die Bild­be­zeich­nung „wahl­kampf_­SA“ – wobei wir das SA ge­trost nicht nur als Sach­sen-​An­halt über­set­zen dür­fen an­ge­sichts von Be­grif­fen wie Fremd­ar­bei­ter oder Ko­lon­ne. (Quel­le: Home­page der NPD AB-​MIL, Auf­ruf vom 20.​03.​11)

04.​03.: Nun ge­den­ken sie wie­der, die Su­de­ten­deut­schen am baye­ri­schen Un­ter­main. Und zwar an den 4. März 1919, als 54 Men­schen bei einer deut­schen De­mons­tra­ti­on von Tsche­chen er­schos­sen wur­den (es ging um die na­tio­na­le Zu­ge­hö­rig­keit der „su­den­ten­deut­schen“ Ge­bie­te). Und dann na­tür­lich auch noch an die Mil­lio­nen Ver­trie­be­nen nach dem Zwei­ten Welt­krieg. Nun könn­te heute über die 54 Toten vor­be­halt­los ge­re­det wer­den – wenn nicht die Su­de­ten­deut­schen zu den eif­rigs­ten An­hän­gern Hit­lers ge­hört hät­ten und durch die von ihnen mit zu ver­ant­wor­ten­den un­glaub­li­chen Gräu­el­ta­ten des Na­zi­re­gimes eine his­to­risch ganz an­de­re Dis­kus­si­on nötig wurde. Was aber die Ver­trei­bung be­trifft: Nun, die wäre ohne die von den Su­de­ten­deut­schen in ihrer Mehr­heit mit zu ver­ant­wor­ten­den Na­zi­ta­ten weder nötig noch mög­lich ge­we­sen. All das er­fährt man bei den Ge­denk­ver­an­stal­tun­gen nicht, wes­halb sie als re­van­chis­tisch zu be­zeich­nen sind. (Quel­le: lau­fen­de Be­richt­er­stat­tung in die­sen Tagen, z.B. Main-​Echo Obern­burg, 10.​03.​11)

04.​03.: Der jetzt im In­ter­net ver­öf­fent­lich­te Ver­fas­sungs­schutz­be­richt für Bay­ern 2010 be­haup­tet, dass es im ge­sam­ten Bun­des­land nur 700 Neo­na­zis gäbe (was im­mer­hin 200 mehr seien als 2009), davon 70 in Un­ter­fran­ken – und zwar im Raum Würz­burg und um Aschaf­fen­burg. (Quel­le: VS-​Be­richt Bay­ern 2010 auf der Home­page des VS Bay­ern; Sei­ten­auf­ruf vom 04.​03.​11)

21.​02.: Ein be­red­tes Bei­spiel für Ras­sis­mus: Die Prima Sonn­tag be­rich­tet, dass bei Aschaf­fen­burg in der Bunds­bahn ein Asyl­be­wer­ber afri­ka­ni­scher Her­kunft mit 12.​465 € fest­ge­nom­men wurde. Ein Flücht­ling, der nur eine Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung für Würz­burg hat. Ver­mu­tet wird, dass es sich um Dro­gen­geld han­delt. Statt gegen die Dro­gen­maf­fia zu wet­tern, die arme Leute als Ku­rie­re ein­setzt (oder was man sonst aus die­sem Vor­fall hätte ler­nen kön­nen), wird an Stamm­ti­schen und NPD die ras­sis­ti­sche Karte ge­zo­gen. O-Ton Na­zi-​Par­tei: „Das Geld wurde zwar be­schlag­nahmt, ob sich der aus Zen­tral­afri­ka stam­men­de Asyl­be­wer­ber aber be­reits auf dem Heim­flug be­fin­det, um in sei­ner Hei­mat auf Kos­ten des zen­tral­afri­ka­ni­schen Staa­tes seine Stra­fe ab­zu­sit­zen, wird nicht be­rich­tet. Ver­mut­lich wird er nun erstein­mal die Vor­zü­ge bun­des­deut­scher Ver­bre­chens­be­käm­fung mit Wat­te­bäll­chen ken­nen­ler­nen. Weich ge­bet­tet in Me­ta­don und Psy­cho­the­ra­pie zum sanf­ten Ent­zug, steht für ihn si­cher­lich an­schlie­ßend ein wie­der­um vom Steu­er­zah­ler ge­spon­sor­tes In­te­gra­ti­ons­pro­gramm zur Ver­fü­gung, das ihm alle Türen in un­se­re to­le­ran­te auf­ge­klär­te BRD-​Ge­sell­schaft öff­nen wird. Will­kom­men in der Ba­na­nen­re­pu­blik?“ Es gibt viele Grün­de, der NPD das Hand­werk legen zu wol­len; dies ist nur einer davon. (Quel­le: In­ter­net­sei­te der NPD Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg, Auf­ruf vom 25.​02.​11)

17.​02.: Die Deutsch-​Aus­län­di­sche Ge­sell­schaft Al­zenau (DAGA) be­klagt, dass die Ha­ken­kreu­ze an der Decke der Un­ter­füh­rung des Kah­ler Bahn­ho­fes immer noch nicht be­sei­tigt wur­den, trotz der mo­men­ta­nen Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten dort. Sie be­ab­sich­tigt, einen Brief an den Kah­ler Bür­ger­meis­ter zu schrei­ben, um deren Ent­fer­nung zu be­an­tra­gen. (Quel­le: Me­di­en-​Info der DAGA vom 17.​02.​11; ab­ge­druckt auf der DA­GA-​In­ter­net­sei­te, Auf­ruf vom 07.​03.​11)

29.​01.: Das Main-​Echo mel­det, dass mit Mutlu Cinar ein Ver­tre­ter des Bünd­nis­ses für In­no­va­ti­on und Ge­rech­tig­keit (BIG) zum Bür­ger­meis­ter­amt in Er­len­bach/Main kan­di­die­ren will. Den Mus­lim fas­zi­niert z.B. an der ka­tho­li­schen Kir­che der „kon­ser­va­ti­ve Wer­te­ko­dex“. Nicht nur diese Aus­sa­ge un­ter­streicht die Nähe des BIG zur is­la­misch-​kon­ser­va­ti­ven und au­to­ri­tä­ren Par­tei AKP in der Tür­kei. (Quel­le: Main-​Echo Obern­burg, 29./30.​01.​11)

20.​01.: Der Vor­fall vom 4. Sep­tem­ber 2010 (siehe unten) wird vor dem Amts­ge­richt in Mil­ten­berg ver­han­delt. Der ar­beits­lo­se 23jäh­ri­ge „Blood-​and-​Ho­nour“-Fan und Hit­ler­freund wird zu einer Geld­stra­fe von 90 Ta­ges­sät­zen zu je 10 Euro ver­ur­teilt. (Quel­le: Bote vom Un­ter­main/Main-​Echo Obern­burg, 22./23.​01.​11)

15.​01.: Ein Be­si­pi­el für­Ge­dan­ken­lo­sig­keit bzw. Ge­schichts­ver­ges­sen­heit: Bei einer Tanz­ver­an­stal­tung in Bürg­stadt wird zur Eh­rung des Ball­kö­nigs­paa­res die Schluss­pas­sa­ge aus „Les Préludes“ von Franz Liszt ver­wen­det, die so ge­nann­te „Russ­land-​Fan­fa­re“ aus den Son­der­mel­dun­gen des Na­zi-​Rund­funks. (Quel­le: Au­gen­zeu­gen­be­richt)

14.​01.: In einem an­ti­mus­li­mi­schen und von wenig Sach­kennt­nis ge­präg­ten, dafür aber umso het­ze­ri­schen Le­ser­brief fragt Toni Al­bert aus Walda­schaff, „wel­cher Gott oder Allah er­laubt es, dass in sei­nem Namen Un­schul­di­ge, Gläu­bi­ge und so ge­nann­te Un­gläu­bi­ge ge­tö­tet wer­den“. Nun, viel­leicht jener Chris­ten­gott, der He­xen­ver­bren­nun­gen, Kreuz­zü­ge, In­qui­si­ti­on und mehr zu­ließ? Mehr sei zu die­sen Aus­füh­ru­gen nicht ge­sagt, außer noch der Hin­weis, dass am Ende des Le­ser­brie­fes die un­ver­hoh­le­ne Dro­hung kommt, „wenn es aber je­mand bei uns nicht passt“ solle er doch wie­der zu­rück­ge­hen (wohin denn, wenn der Mus­lim hier ge­bo­ren ist? – Aber das ist dem Herrn Al­bert of­fen­sicht­lich scheiß­egal). (Quel­le: Main-​Echo, 14.​01.​11)

12.​01.: CSU-​Rechts­au­ßen Nor­bert Geis (Aschaf­fen­burg) schüt­telt in Rom dem Papst die Hand. Eine of­fi­zi­el­le Au­di­enz er­hält er al­ler­dings so wenig wie der Rest der an­ge­reis­ten CSU-​Funk­tio­nä­re. Die Reise dient nach Be­kun­den der Par­tei dazu, dem Papst die Treue der CSU zum christ­li­chen Glau­ben und zu christ­li­chen Wer­ten zu­zu­si­chern. Da fragt sich nicht nur der Be­triebs­seel­sor­ger, wie das mit der rea­len Pra­xis der C-​Par­tei in Über­ein­stim­mung zu brin­gen ist. (Quel­le: Main-​Echo, 13.​01.​11)

10.​01.: Die NPD will etwas wis­sen. Und zwar auf ihrer Hei­mat­sei­te (die nen­nen das wirk­lich so). Dort wird ein an­geb­lich der NPD zu­ge­spiel­ter Brief aus Wörth/Main ab­ge­druckt, der hier do­ku­men­tiert sei: „Sehr ge­ehr­te Ab­ge­ord­ne­te aller Frak­tio­nen Wir wur­den im Jahr 1999 über einen Bau­plan der Stadt Wörth a.​Main … auf kal­tem Wege prak­tisch ent­eig­net … Wir boten sei­ner­zeit 3 Grund­stü­cke zum Ver­kauf an und durch ein schein­bar hohes An­ge­bot 8,- Euro/qm woll­te man uns über den Tisch zie­hen. Spä­ter er­fuh­ren wir te­le­fo­nisch nach Rück­spra­che, dass dort ein tür­ki­scher Sport­platz ge­plant sei. Durch un­se­ren Grund­stücks­nach­barn er­fuh­ren wir, dass un­mit­tel­bar da­ne­ben be­reits 1990 DM 28,- pro qm durch die Stadt ge­zahlt wor­den sei. Eine Pe­ti­ti­on vor dem bayr. Land­tag brach­te uns nur den Hin­weis auf die Pla­nungs­ho­heit der Kom­mu­nen. Dies be­deu­tet im Um­kehr­schluss, dass wenn ir­gend­wo eine Volks­grup­pe einen Ver­ein auf­macht, über einen Bau­plan eine Ent­eig­nung des Grund­stücks­be­sit­zers vor­ge­nom­men wer­den kann mit dem Ar­gu­ment Ge­mein­nüt­zig­keit. Mei­ner Mei­nung nach führt ein sol­ches Vor­ge­hen le­dig­lich zu einer Ver­fes­ti­gung der be­reits be­ste­hen­den Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten. Damit schafft sich Deutsch­land wirk­lich ab und dies muss mei­ner Mei­nung nach vom Ge­setz­ge­ber drin­gend ge­än­dert wer­den, sonst werde ich das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ein­schal­ten. Da unser Grund­stück un­mit­tel­bar neben dem Ge­wer­be­ge­biet liegt und in­zwi­schen auch der Ha­ge­bau­markt In­ter­es­se hat, ist uns be­reits ein er­heb­li­cher fi­nan­zi­el­ler Ver­lust ent­stan­den, der bei über 120.​000,- Euro liegt.“

Was war ge­sche­hen? Ein Grund­stücks­be­sit­zer bie­tet Ge­län­de zum Ver­kauf an und er­kun­digt sich nicht recht­zei­tig nach dem wirk­li­chen Wert. Die Stadt Wörth tut, was ihr auf­ge­tra­gen ist (näm­lich: kos­ten­be­wußt ar­bei­ten) und nimmt das bil­li­ge An­ge­bot gerne an. Nun kop­pelt der eins­ti­ge Be­sit­zer seine Un­fä­hig­keit mit Ras­sis­mus, um nicht vor sich selbst und vor an­de­ren als Depp da­zu­ste­hen. Das ist pas­siert. Und der NPD lei­tet er den Brief auch noch zu. (Wenn wir der NPD-​Home­page trau­en dür­fen.) (Quel­le: In­ter­nett­sei­te der NPD Aschaf­fen­urg-​Mil­ten­berg, Auf­ruf vom 20.​01.​11)


2010

29.​12.: An­läß­lich eines Kon­zerts der Band Frei.​Wild (siehe in­dy­me­dia-​Bei­trag) im Co­los-​Saal zie­hen „grö­len­de Fa­schos“ durch Aschaf­fen­burg. (Quel­le: Zeu­gin­nen­aus­sa­ge)

28. auf 29.​12.: In Wörth/Main wer­den an meh­re­ren Stel­len Ha­ken­kreu­ze ge­schmiert. (Quel­le: Main-​Echo Obern­burg, 03.​01.​11)

14.​12.: Nach­dem drei junge Rech­te von der „ari­schen Rasse“ und an­de­rem Un­sinn schwär­men, wi­der­spricht ihnen ein Punk, den sie dar­auf­hin am Mil­ten­ber­ger Bahn­hof hef­tig ver­prü­geln. Der Punk wehrt sich und kann einen der An­grei­fer kraft­voll gegen eine Glas­schei­be wer­fen (die Spu­ren sind an­schlie­ßend fest­stell­bar), wird aber an Schä­del und Au­gen­par­tie ver­letzt. (Quel­le: Be­richt eines Un­be­tei­lig­ten)

13.​12.: Die Le­ser­brief­sei­ten sind der­zeit das haupt­säch­li­che Kampf­feld re­ak­tio­nä­rer oder knall­rech­ter Agi­ta­to­ren. Ein Wal­de­mar Wicht aus Amor­bach be­haup­tet tat­säch­lich, es gäbe in Asyl­be­wer­ber­un­ter­künf­ten „ho­tel­ähn­li­che Zu­stän­de“. Die Tat­sa­che, dass in Deutsch­land auch schon mal 50 % Ab­ga­ben vom Lohn er­ho­ben wer­den (al­ler­dings vor allem für Ver­si­che­run­gen, was der Schrei­ber ver­schweigt) wird di­rekt in Zu­sam­men­hang mit den Kos­ten der Asyl­su­chen­den ge­bracht. Herr Wicht (nomen est omen?) weiß zudem, dass „nicht mal ein Pro­zent echte Asy­lan­ten sind und 25 Pro­zent ge­dul­det wer­den“. Mal ab­ge­se­hen davon, dass es den Be­griff „Asy­lan­ten“ nicht gibt (er dient nur zur Her­ab­wür­di­gung), ist dies ein­fach ein Stück flücht­lings­feind­li­cher Hetze. (Quel­le: Main-​Echo/Bote vom Un­ter­main, 13.​12.​10)

12.​12.: Wie­der ein­mal darf aus Prima Sonn­tag zi­tiert wer­den. Ein Gert Fi­scher aus Aschaf­fen­burg hält in einem groß auf­ge­mach­ten Le­ser­brief seine Hei­mat­stadt nicht mehr für „le­bens-​ und lie­bens­wert“. Grund: „Raub­über­fäl­le … von ost­eu­ro­päi­schen Schwerst-​Kri­mi­nel­len“, was an der „la­schen Ein­wan­de­rungs­po­li­tik die­ser Re­gie­rung“ liege. „Aus­län­der­kri­mi­na­li­tät“ sei ein „Ta­bu­the­ma“ (welch ein Hohn!). Fakt: „Das nied­rigs­te Straf­ta­ten­auf­kom­men seit 13 Jah­ren weist die ak­tu­el­le Kri­mi­nal­sta­tis­tik der Aschaf­fen­bur­ger Po­li­zei­in­spek­ti­on aus“ be­rich­te­te das Main-​Echo über die Kri­mi­na­li­tät 2009. Aber Fak­ten in­ter­es­sie­ren Herrn Fi­scher so wenig wie der Um­stand, das die von ihm be­zeich­ne­te Form der Kri­mi­na­li­tät ein so­zia­les Phä­no­men ist und eben von jenen ver­übt wird, die – un­ab­hän­gig von Na­tio­na­li­tät oder Her­kunft – ein­fach wenig haben. (Quel­le: Prima Sonn­tag, 12.​12.​10, Main-​Echo, 07.​04.​10)

07.​12.: In zwei Le­ser­brie­fen er­regt sich der „Volks­z­orn“ über die un­ver­schäm­ten Asyl­su­chen­den, die mit einem Hun­ger­streik gegen die Es­sens­pa­ke­te pro­tes­tie­ren. Sieg­fried Schel­ler aus Eschau stört das „An­spruchs­den­ken und die man­geln­de Be­schei­den­heit“ der Flücht­lin­ge, sie soll­ten „dank­bar“ sein. Und: „Üb­ri­gens waren auch die zahl­rei­chen deut­schen Ver­trie­be­nen nach dem Krieg zu­nächst in Auf­fang­la­gern und dann in Ge­mein­schafts­un­ter­künf­ten un­ter­ge­bracht.“ Da haben wir es wie­der: Wie schlimm ging es den Deut­schen, wie un­ver­fro­ren sind die Aus­län­der. Dass ein deut­scher Flücht­ling 1945 (also das Re­sul­tat eines von Deutsch­land aus­ge­hen­den ras­sis­ti­schen Ver­nich­tungs­krie­ges) etwas an­de­res ist als ein Asyl­su­chen­der 2010, das will der Le­ser­brief­schrei­ber so wenig wis­sen wie Her­bert Bäck aus Hai­b­ach, der für den zwei­ten Brief ver­ant­wort­lich zeich­net: „Wer mit den Leis­tun­gen in Deutsch­land nicht zu­frie­den ist, kann ja wie­der gehen.“ So hebt er an. Und dann steigt er empor zum Gip­fel deut­scher Mensch­lich­keit: „Ich bräuch­te kei­nen die­ser Men­schen hier. Ich ver­mis­se auch kei­nen Kon­takt zu ihnen oder möch­te ihnen nicht die deut­sche Spra­che bei­brin­gen, um die An­lei­tun­gen zum Bom­ben bauen bes­ser lesen zu kön­nen. Wir hät­ten we­sent­lich we­ni­ger Kon­flik­te in un­se­rem klei­nen Land ohne diese Leute, da bin ich mir si­cher.“ Und die hät­ten we­sent­lich we­ni­ger Pro­ble­me – dort wo sie her­kom­men sowie hier – wenn es keine Bäcks und Schel­lers gäbe. (Quel­le: ME/BvU, 07.​12.​10)

04.​12.: „Ker­zen­licht, Ge­bäck, knis­tern­des Feuer im Ofen, durch die Fens­ter glänzt der Schnee im Abend­son­nen­schein, zur Gi­tar­re sin­gen die Stim­men von Kin­dern und Er­wach­se­nen von der gna­den­brin­gen­den Weih­nachts­zeit.“ Was so er­bärm­lich kit­schig an­fängt ist der „Welt­netz“-​Ein­trag der NPD Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg, die im Spes­sart eine vor­weih­nacht­li­che Feier mit Musik von „dem Bar­den Nico“ (d.i. Nico Schie­mann, Jahr­gang 1979 aus dem ba­di­schen Kirr­lach, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des NPD-​Kreis­ver­ban­des Karls­ru­he-​Land) und einer An­spra­che von Axel Reitz ab­ge­hal­ten haben will. Be­weis: Fotos vom Red­ner, vom Bar­den und von einem mit Weih­nachts­ge­bäck und NPD-​Fähn­chen ge­schmück­ten Knei­pen­tisch. (Quel­le: Aschaf­fen­bur­ger NPD-​Sei­te/Ein­trag vom 08.​12.​10, Auf­ruf vom 09.​12.​10; Blog von Axel Reitz, Auf­ruf vom 10.​12.​10)

01.​12.: In Ab­gren­zung zur Vor­sit­zen­den des jü­di­schen Zen­tral­ra­tes meint ein Peter Bader aus Hös­bach in einem Lesebrief: „Es ist aber auch an der Zeit, den Deut­schen nicht immer ins Ge­wis­sen zu reden wegen der Gräu­el­ta­ten der Nazis.“ Schließ­lich werde auch wo­an­ders „Krieg ge­führt“ und die So­wjets hät­ten schließ­lich in Katyn (er schreibt „Kadyn“) auch Polen er­mor­det. Dass es nicht um „Krieg“ ging und Mas­sa­ker nicht auf­ge­rech­net wer­den kön­nen, das wird Herr Bader wohl nie ver­ste­hen wol­len. (Quel­le: ME/BvU, 01.​12.​10)

24.​11.: In der Gast­stät­te „Aschaff-​Eck“, Aschaf­fen­burg/Damm letz­ter Aschaf­fen­bur­ger Stamm­tisch der Re­pu­bli­ka­ner (REP) für 2010; Thema: „Die Re­gie­rung der Plei­ten, Pech und Pan­nen! – Was muß sich än­dern?“ (Quel­le: Home­page der REP Aschaf­fen­burg)

21.​11.: Ein 55jäh­ri­ger be­sof­fe­ner Mann, der sich als „ech­ten Deut­schen“ be­zeich­net, droht in Wörth/Main, alle süd-​ost­eu­ro­päi­schen Men­schen mit Ben­zin zu über­gie­ßen und an­zu­zün­den. Die Po­li­zei nimmt den Ran­da­lie­rer in Ge­wahr­sam. (Quel­le: Prima Sonn­tag, 21.​11.​10)

14.​11.: Der NPD-​Kreis­ver­band Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg be­haup­tet, er hätte an die­sem Tag „an einem Eh­ren­mal im Land­kreis“ am „Hel­den­ge­denk­tag“ (Volkstrau­er­tag) im „Rah­men der of­fi­zi­el­len Fei­er­stun­de durch eine Ge­mein­de“ einen Kranz nie­der­ge­legt. (Quel­le: Home­page der NPD AB-​MIL)

07.​11.: Mit einer Fei­er­stun­de am Ost­land­kreuz in Mil­ten­berg ge­denkt der Bund der Ver­trie­be­nen an­geb­lich der „Opfer von Krieg und Ver­trei­bung“. Kreis­vor­sit­zen­der Chris­ti­an Kuz­nik kri­ti­siert „die Äu­ße­run­gen von ei­ni­gen Po­li­ti­kern und der Bun­des­kanz­le­rin, die ge­sagt hat­ten, dass die Deut­schen als Aus­lö­ser des Krie­ges selbst an der Ver­trei­bung so vie­ler Men­schen aus ihrer Hei­mat Schuld seien. Er be­zeich­ne­te dies als Kol­lek­tiv­schuld-​The­se.“ Deut­sche Kriegs­trei­be­rei rich­ti­ger­wei­se als Aus­lö­ser der Ver­trei­bung zu be­zeich­nen ist also eine Kol­lek­tiv­schuld­the­se; welch ein Un­sinn. Und die Ver­trei­bun­gen z.B. der Jü­din­nen und Juden, die der Polen, Fran­zo­sen und So­wjet­bür­ger (die vor den ein­mar­schie­ren­den Deut­schen flo­hen) wer­den auch nicht ge­nannt. (Quel­le: Bote vom Un­ter­main, 09.​11.​10)

22./23.​10.: Ein um­ge­dreh­tes Ha­ken­kreuz und ein klei­ners Ha­ken­kreuz wer­den an der Kir­che in Bürg­stadt an­ge­bracht. (Quel­le: Bote vom Un­ter­main, 25.​10.​10)

21.​09.: So­zi­al­ras­sis­ten und Ver­trie­be­ne Hand in Hand: In einem Le­ser­brief schwingt sich Mar­tin Tra­ge­ser aus Al­zenau zu der Be­haup­tung auf, das Men­schen­recht der Mei­nungs­frei­heit würde mit Füßen ge­tre­ten, „wie die Bei­spie­le Thilo Sar­ra­zin und Erika Stein­bach be­le­gen. Schein­bar darf man nur zu be­stimm­ten The­men un­ge­straft seine Mei­nung äu­ßern.“ Wer also hoch­ran­gi­ge Po­li­ti­ke­rin wird und zudem Ver­trie­be­nen­vor­sit­zen­de oder wer ein auf­la­gen­star­kes Buch in einem re­nom­mier­ten Ver­lag her­aus­ge­ben kann, der/die ist in der Mei­nungs­frei­heit be­hin­dert? Dass in be­sag­tem Le­ser­brief auch noch der Ausch­witz­über­le­ben­de Wla­dyslaw Bar­to­szew­ski an­ge­grif­fen wird, da die­ser die Ver­trie­be­nen­po­li­tik in Deutsch­land nicht gut fin­det, das run­det die Sache noch ab. (Quel­le: Main-​Echo, 21.​09.​10)

04.​09.: Ein 23jäh­ri­ger Ar­beits­lo­ser läuft auf der Michae­lis­mes­se in Mil­ten­berg mit einem „Blood-​and-​Ho­nour-​Bro­ther­hood“-​T-​Shirt herum. Als die Po­li­zei dar­auf hin­weist, dass er mit die­sem T-​Shirt nicht in die Öf­fent­lich­keit gehen darf, grüßt er mit dem Hit­ler­gruß und ruft zwei­mal „Sieg heil!“ Es wird von den Po­li­zei­be­am­ten über­wäl­tigt und zur Wache ge­bracht und droht die­sen mit Er­mor­dung. Es er­folgt eine An­zei­ge. (Quel­le: Bote vom Un­ter­main/Main-​Echo Obern­burg, 22./23.​01.​11)

24./25.​08.: In Sulz­bach wer­den Ha­ken­kreuz und die Buch­sta­ben SS ge­schmiert. (Quel­le: Main-​Echo, 30.​08.​10)

13.​08.: Seit An­fang des Jah­res bis zum 13. Au­gust wird die Seite der Au­to­no­men Na­tio­na­lis­ten Aschaf­fen­burg-​Mil­ten­berg ak­tua­li­siert, da­nach gibt es keine wei­te­ren Le­bens­zei­chen. Die In­ter­net­sei­te der AN AB-​MIL bringt fast keine re­gio­na­len, dafür aber schier un­er­träg­li­che all­ge­mei­ne Bei­trä­ge (re­gel­mä­ßig Nach­dru­cke aus an­de­ren Sei­ten) zu ein­schlä­gi­gen The­men. Of­fen­sicht­lich han­delt es sich um die Ak­ti­on einer Ein­zel­per­son ohne wirk­li­che Hand­lungs­fä­hig­keit. (Quel­le: Seite der AN AB-​MIL)

17.​07.: Som­mer­fest des NPD Kreis­ver­ban­des Aschaf­fen­burg (Quel­le: http://​armt.​blogsport.​de)

03./04.​05.: Un­be­kann­te ver­un­stal­ten die Ska­ter­an­la­ge in Dorf­pro­zel­ten und eine da­ne­ben ste­hen­de Holz­hüt­te mit Ha­ken­kreu­zen und Wor­ten mit rechts­ra­dia­lem Hin­ter­grund. (Quel­le: Bote vom Un­ter­main, 07.​05.​10)

Mai: Der CSU-​Ab­ge­ord­ne­te Nor­bert Geis aus Aschaf­fen­burg schwingt den Ham­mer der Zen­sur gegen die Sar­ti­re­zeit­schrift Ti­ta­nic; mehr dazu hier (ex­ter­ner Link).

01.​05.: Die Wan­der­hüt­te und die Hin­weis­ta­fel des Wan­der­ver­eins Neu­en­buch (Orts­teil von Stadt­pro­zel­ten, Kreis Mil­ten­berg) wird mit mit Ha­ken­kreu­zen und NS-​Ru­nen be­schmiert. (Quel­le: Bote vom Un­ter­main, 07.​05.​10)

10.​04.: Ein als Beat­abend ge­tarn­tes „Na­zi-​Kon­zert“ in Gei­sel­bach wird von der Po­li­zei un­ter­bun­den. (Quel­le: http://​armt.​blogsport.​de)

27./28.​03:​ In der Ge­mein­de Faul­bach wird ein Ha­ken­kreuz und ein 1,90 mal drei Meter gro­ßer Schrift­zug an der Turn­hal­le an­ge­bracht. (Quel­le: Bote vom Un­ter­main, 07.​05.​10)

März: Der Ver­fas­sungs­schutz­be­richt 2009 für Bay­ern er­wähnt die in Aschaf­fen­burg an­säs­si­ge Skin­head­band Da­ma­ge In­cor­po­ra­ted und gibt die „Rechts­ex­tre­me Sub­kul­tur“ am Un­ter­main mit 15 Per­so­nen an. (Quel­le: Ver­fas­sungs­schutz­be­richt 2009, Münchn 2010)

10.​02.: „So geht es immer wei­ter mit der schlei­chen­den Is­la­mi­sie­rung Deutsch­lands in Eu­ro­pa!“ meint David Rit­ter aus Eschau in einem Le­ser­brief und spricht sich damit gegen einen Mo­schee­bau aus. (Quel­le: Main-​Echo, zi­tiert nach www.​main-netz.​de, 10.​02.​10)

Fe­bru­ar: Pro­pa­gan­d­a­pla­ka­te der Jun­gen Na­tio­nal­de­mo­kra­ten (JN) wer­den in Wörth am Main ver­klebt. (Quel­le: http://​armt.​blogsport.​de)

Ja­nu­ar: Die Au­to­no­men Na­tio­na­lis­ten Mil­ten­berg/Aschaf­fen­burg ver­kleb­ten Pro­pa­gan­da-​Auf­kle­ber in Mil­ten­berg. (Quel­le: http://​armt.​blogsport.​de)

Ja­nu­ar:In der Bro­schü­re Dun­kel­feld wird auch der Un­ter­main er­wähnt. So ver­weist die Re­dak­ti­on auf Möm­lin­gen, wo eine „Na­ziskin­head-​Ban­de jah­re­lang un­ge­stört ihre In­fra­struk­tur auf­bau­en und ich als `Macht auf der Stra­ße´ eta­blie­ren“ konn­te. 2007 noch un­ter­sag­ten die Be­hör­den „einen an­ti­fa­schis­ti­schen In­for­ma­ti­ons­stand, da sie sich nicht in der Lage sahen, die­sen vor Neo­na­zis zu schüt­zen“ (S. 27).

Eben­so er­wähnt wird Al­zenau, wo das Ehe­paar Chris­ti­ne und Sven Ring­may­er mit ihren Kin­dern lebt, das so­wohl in der 2009 ver­bo­te­nen Hei­mat­treu­en Deut­schen Ju­gend als auch in der NPD aktiv war/ist (S. 87/88).

Unter der Über­schrift „Der po­li­ti­sche Sol­dat“ er­hält in be­sag­ter Bro­schü­re der am Un­ter­main wir­ken­de Neo­na­zi Falko Schüß­ler (nebst Gat­tin Sig­rid) als ty­pi­scher Ver­tre­ter des über­zeug­ten und un­ver­bes­ser­li­chen Knall­rech­ten einen ei­ge­nen Bei­trag (S. 100 ff.).

(Quel­le: ar­gu­ment e.V. [Hrsg.]: Dun­kel­feld – Re­her­chen in ex­trem rech­ten Le­bens­wel­ten rund um Rhein-​Main – 2010, 144 Sei­ten, Bezug HIER).

Dun­kel­feld be­tont auch, dass es laut einer Stu­die des Kri­mi­no­lo­gi­schen For­schungs­in­sti­tuts Nie­der­sach­sen aus dem Jahr 2009 ins­ge­samt rund 23.​000 fünf­zehn­jäh­ri­ge Ju­gend­li­che in Deutsch­land gibt, die „Mit­glied einer `rech­ten Grup­pe oder Ka­me­rad­schaft´“ sind. Da am baye­ri­schen Un­ter­main 0,4535 % der Bun­des­bür­ger/innen leben, sind dies rein rech­ne­risch 104 Fünf­zehn­jäh­ri­ge in or­ga­ni­sier­ten rech­ten Struk­tu­ren. Wohl­ge­merkt: Die ent­spre­chen­den Ju­gend­li­chen ve­tei­len sich nicht gleich­mä­ßig über die Re­pu­blik, und die Zahl wird nicht von allen Be­ob­ach­tern be­stä­tigt. Nur: Die Stu­die zeigt, dass das Pro­blem des ju­gend­li­chen Fa­schis­mus nicht so ge­ring ist, wie gerne be­haup­tet.

(Quel­le: Dun­kel­feld, s.o.; Zah­len nach de.​wikipedia.​org, Sei­ten­auf­ru­fe vom 28.​11.​10)