Error message

  • Deprecated function: Methods with the same name as their class will not be constructors in a future version of PHP; views_display has a deprecated constructor in include_once() (line 3478 of /usr/local/share/drupal-7.59/includes/bootstrap.inc).
  • Deprecated function: Methods with the same name as their class will not be constructors in a future version of PHP; views_many_to_one_helper has a deprecated constructor in require_once() (line 127 of /home/members/wenzel/sites/aburg.org/web/drupal/sites/all/modules/ctools/ctools.module).

10. August Roden-Ansbach: Neonazi-Kundgebung

AAP's picture

Nach dem undurchsichtigen Hin- und Her aus Verboten, Klagen, Revisionen etc. gab es tatsächlich am 10.8.13 eine Naziversammlung in Roden-Ansbach. Etwa 50 Nazis des "Freies Netz Süd" hatten sich bereits am Vorabend in Roden-Ansbach eingefunden und im Privathaus von Andreas Steinbauer gefeiert. Das Wohnhaus war u.a. mit einem Transparent, welches "Freiheit für Erich Priebke" fordert, behangen. Priebke erfreut sich zur Zeit großer Beliebtheit in der Neonaziszene. Diese Verehrung ist gleichzeitig auch Ausdruck des menschenverachtenden Weltbildes des "Freies Netz Süd" und seiner Symphatisanten:

Tatsächlich gehörte der SS-Mann zu einem Erschießungskommando, das am 24. März 1944 in der Nähe von Rom 335 italienische Zivilisten ermordete. Das Massaker in den „Ardeatinischen Höhlen“ gilt als Inbegriff für die Grausamkeit der deutschen Besatzungstruppen. Artikel auf Endstation Rechts

Die "Kundgebung" am nächsten Morgen wirkte dann auch eher wie ein Kat(d)erfrühstück. Angeblich musste die Polizei die Nazis noch motivieren, jetzt doch endlich mal was kundzugeben. Das FNS nutzte den Schutz durch das Versammlungsrecht, um sich über selbiges lustig zu machen. Mehr blieb dem FNS allerdings auch gar nicht übrig, konnte doch das international beworbene "Europa erwacht"-Festival auch an keinem anderen Veranstaltungsort durchgeführt werden. Die Polizei spielte das Spielchen mit, auch als sich Neonazis direkt hinter der Polizeikette postierten und mehrfach den Hitlergruß in Richtung Gegendemonstranten zeigten. Nazis konnten auch fast ungestört und unter Schutz der Polizei die Teilnehmer der Kundgebung von "MSP ist bunt" abfotografieren. Sowohl die bürgerlichen KundgebungsteilnehmerInnen als auch die Polizei sahen darin kein Problem. Die wenigen angereisten Antifas machten darauf Aufmerksam und vermummten sich demonstrativ. Dass der Tag und die Mobilisierung aus antifaschistischer Perspektive ein Flop war, muss an anderer Stelle diskutiert werden. Die Versammlung der Neonazis verlief ansonsten unspektakulär:

[...]Angesichts der auf Bierbänken unter Pavillons sitzenden Neonazis kritisierte die Polizei einen "fehlenden Kundgebungscharakter". Redner_innen, die zum angemeldeten Thema "Main-Spessart bleibt deutsch – Argumente statt Verbote" etwas sagen könnten, sind jedoch Mangelware. Die Ersatzveranstaltung endet um 16.00 Uhr schon weit vor dem angemeldeten Schluss. Quelle: aida-archiv

Bilder des Tages gibt es u.a. vom Main Echo: Gallerie 1, Gallerie 2
Ein Bericht bei Endstation Rechts
Ausführlicher Rückblick auf die Festivals des FNS

--------------------------------------------------------------------------------
Aktueller Stand (9. August 2013, 16:30 Uhr aida-archiv.de)

[...]
Die Neonazis haben von der Möglichkeit, gegen das Verbot ihrer Kundgebung den Rechtsweg zu beschreiten am Freitagvormittag Gebrauch gemacht. Das Verwaltungsgericht Würzburg hat das Verbot des Landratamts inzwischen aufgehoben berichtet das "Main-Netz". Die Kundgebung darf also stattfinden, soll aber mit strengen Auflagen belegt werden schreibt das Onlineportal weiter. So soll die Dauer der Veranstaltung nun von 10 bis 20 Uhr (statt 24 Uhr) begrenzt werden und die Lautstärke darf 70 Dezibel nicht überschreiten, meldet Radio Gong 106,9.

Die Neonazis drohen mittlerweile auf Flugblättern, die in Ansbach verteilt werden, unverhohlen Antifaschist_innen und dem Bündnis "Main-Spessart ist bunt". Sie (die Neonazis, Anmerkung a.i.d.a.) würden"auf jeden Fall" in Roden "präsent sein", kündigt ein Andreas Steinbauer (Roden-Ansbach) an.

Der kurz vor dem Verbot stehenden Neonaziorganisation "Freies Netz Süd" hat es die Gemeinde Roden-Ansbach angetan. Der Roden-Ansbacher Andreas Steinbauer stellt sein Wiesengrundstück erneut zur Verfügung, am 1.Mai 2013 nahm er auch an einem Neonaziaufmarsch des "FNS" in Würzburg teil. Bereits 2011 konnten über 500 Neonazis ein Rechtsrockfestival in Ansbach durchführen. Antifaschistischer Gegenprotest war präsent, an eine effektive Be- oder Verhinderung des Festivals war aber nicht zu denken.
Wir rufen alle AntifaschistInnen dazu auf, nicht locker zu lassen!
Ausgangspunkt für antifaschistische Gegenaktionen ist die Kundgebung von "MSP ist bunt" und im Anschluss die der Piratenpartei (Motto: Musik aus! Blockiert die Nazis in Roden!). Was dann möglich oder nötig ist, wird nur vor Ort zu klären sein. Auf linksunten.indymedia.org erschien ein Artikel, der einige Anregungen enthält - Roden-Ansbach darf nicht erneut zur "national befreiten Zone" werden!

Es ist damit zu rechnen, dass sich zahlreiche anreisende Neonazis im Dorf bewegen werden. Wir empfehlen die Anreise in Gruppen oder über organisierte Strukturen.

Weitere Infos:

Führende Aktivist_innen des neonazistischen Kameradschaftsdachverbands "Freies Netz Süd" (FNS) planen auch in diesem Sommer ein größeres Rechtsrock-Open-Air in Bayern. In diesem Jahr bewerben sie die Veranstaltung jedoch erstmals nicht mehr unter der NS-nostalgischen Bezeichnung "Frankentag", sondern als "Europa Erwacht"-Festival. Medienberichten zufolge soll das Event im unterfränkischen Roden (Landkreis Main-Spessart) stattfinden. Dort fand bereits der Frankentag 2011 statt.

Organisiert von den ans FNS angebundenen Gruppen "Bund Frankenland e. V." (um Uwe Meenen und Norman Kempken), "Deutsch Böhmischer Freundeskreis" (um Robin Siener) und "Deutsch Ungarischer Freundeskreis" (um Matthias Fischer) und dem neonazistischen "Final Resistance"-Versand von Daniel Weigl kündigen Neonazis bereits Auftritte der Rechtsrockbands "P.W.A." (aus Estland), "Act of Violence" (Laupheim), "Vérszerzödés" (aus Ungarn), "Bohemia" (aus der tschechischen Republik) , "Stimme der Vergeltung" und die "Lunikoff Verschwörung" sowie der Redner Matthias Fischer, Zsolt Illés, Tony Gentsch, Dieter Riefling, Jíří Froněk und Philippe Eglin an.

Mehr Hintergrundinfos

Antifaschistische Aktionen den ganzen Tag

13 - 15 Uhr: Kundgebung von "MSP ist bunt"