Popcorn statt Nazis

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Der BR berichtet von Ereignissen rund um die Filmvorführung von "Blut muss fließen - Undercover unter Nazis" am vergangenen Mittwoch, 20.02.2013. Der Film wurde bereits Vormittags im Schulzentrum Hösbach verschiedenen Schulklassen gezeigt. Während Schüler auf dem Weg zur Vorführung waren, wurden sie von 3 männlichen Personen angesprochen. Diese versuchten, Exemplare der NPD Schulhof-CD zu verteilen. Bei der Vorführung am Abend im Kino Casino berichteten anwesende Jugendliche von der Aktion.
Die 10-15 CDs, welche die Neonazis verteilen konnten, wurden von den Jugendlichen zertreten, die verteilenden Personen als Nazis beschimpft und von den eingreifenden Lehrern dann vom Gelände verwiesen. Die Verteilaktion wurde (nach Personenbeschreibung) wohl von Falko Schüßler, Vorsitzender der NPD Aschaffenburg, geleitet. Die SchülerInnen haben genau richtig reagiert, super Sache! Peinlicherweise lügt sich die NPD die Aktion auf ihrer Website auch noch als Erfolg zurecht. Der Film zeigt eben, wie Nazis wirklich ticken. Da nützt auch die ganze "seriöse" Maskerade nichts, kann die NPD bei ihren Großveranstaltungen doch nur mit Auftritten der auch im Film gezeigten Szenehelden überhaupt noch ihre Besucherzahlen hochhalten. Geld für die leere Parteikasse springt da natürlich auch bei raus.

Drohungen und Einschüchterung
Desweiteren Versuchten Neonazis die Veranstalter der Filmvorführung einzuschüchtern. Der Bayrische Rundfunk zitiert die Vorsitzende des Kreisjungendrings Aschaffenburg:

[...] spricht von einem Drohanruf vor der Veranstaltung. Sie solle besser fern bleiben, sonst werde noch etwas passieren, sagte der Anrufer. Überhaupt erfährt Belotti seit dem Start der Themenreihe letzten Herbst permanente Einschüchterungsversuche. "Es werden Eier auf meinen Balkon geworfen, es gibt Klingel-Terror an der Haustüre und meinem Sohn rufen sie hinterher: 'Deine Mutter kriegen wir auch noch'."

Es ist wichtig solche Drohungen öffentlich zu machen, aber wir wissen auch wie belastend ein solcher Schritt sein kann. Wir wünschen den Betroffenen viel Kraft und Solidarität!

Am Abend war der große Saal des Casino dann vollständig mit Publikum gefüllt, ohne Reservierung ging leider gar nix. Neonazis tauchten dann, trotz der vollmundigen Ankündigungen, keine mehr auf. Dafür hatte sich der Vorfall vom Vormittag bereits weit herumgesprochen, es gab rege Diskussionen der Besucher über das Naziproblem im Raum Aschaffenburg. Das bestätigte auch der Regisseur Peter Ohlendorf, der vor allem die gute Diskussion mit den SchülerInnen immer wieder betonte und es bedauerte, dafür nur so wenig Zeit gehabt zu haben.